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Offene Dreierbeziehung
Von unserem Mitarbeiter Michael Dignal
Öhringen - Drei sind in der Liebe einer zu viel. Die Frage ist nur: Wer geht und wer bleibt? Genau darum geht es in "Wenn der Kuckuck dreimal ruft" von Hugh und Margaret Williams, das von der Münchner Komödie im Bayerischen Hof in der Öhringer Kultura aufgeführt wurde.
Millionär kommt Ein englisches Schloss in den 50er Jahren. Der Hausherr Victor (Christian Wolff) betreibt es teilweise als Museum, um das nötige Geld für die Instandhaltung zu verdienen. Seine Frau Hilary (Anja Kruse) macht die Gartenarbeit und träumt von einem besseren, eleganteren Leben. Da verirrt sich scheinbar ein Museumsbesucher in die Privaträume des Paars. Es ist der amerikanische Millionär Charles (Patrick Wolff), mit dem Hilary kürzlich in Paris ein Stelldichein hatte.
Victor erkennt schnell, dass er den Liebhaber seiner Frau vor sich hat. Doch das Rufen des Kuckucks im Garten stört ihn offenbar mehr als Hilarys Affäre. Auch als sie, nur halbwegs heimlich, mit Charles vier Tage in London verbringt, bleibt er gefasst. So plätschert alles gepflegt vor sich hin, bis Victor ein Duell arrangiert, bei dem er sich absichtlich verletzen lässt. Damit und mit dem Satz "Wie kann man eine Ehe aufgeben, nur wegen eines Wimpernschlags der Seele?" erobert er Hilary zurück.
Die Akteure brauchen sich nicht sonderlich anzustrengen, um das luftig-laue Stückchen über die Bühne zu bringen. Große Schauspielkunst ist hier nicht vonnöten, denn es geht eher um die anspielungsreichen Dialoge, die sowohl Treue als auch englisch-amerikanische Kontraste betreffen.
Der Großteil der Unterhaltsamkeit speist sich aus den zwei komischen Rollen: dem eigenwilligen Butler (Rolf Kuhsiek), der stets für ein Bonmot gut ist, und der schnapsseligen Hattie (Olivia Silhavy), die den Konflikt aufgedreht kommentiert und ihre Sympathien ungefragt über alle gleichermaßen verteilt.
Dass sich mit Christian und Patrick Wolff ausgerechnet Vater und Sohn in den Rollen der Liebeskonkurrenten gegenüberstehen, gibt der kurzen Komödie immerhin eine kleine pikante Note. Die über 500 Zuschauer spenden zufriedenen Beifall.
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