- Artikel
- 0 Kommentare
- Versenden
Maler-Theologe und deutscher Chagall
Von unserem Redakteur Andreas Sommer
Karlsruhe/Künzelsau - Wer am 2. Oktober 2011 bei der Eröffnung seiner letzten Ausstellung im Museum Würth in Gaisbach dabei war, hat den berührenden Auftritt des weisen, alten Mannes nicht so schnell vergessen. Da erzählte der 90-jährige Emil Wachter von seiner Vorliebe für Stillleben und seiner Faszination an den Formen der Natur: "Eine Kirsche. Je eindringlicher ich sie studiert habe, desto klarer wurde mir, dass man in einer einzigen Frucht der Schöpfung begegnet."
Bilder würden zwar für das Nutzdenken einer technikorientierten Gesellschaft überflüssig, nicht aber für das, was die Seele ernährt. Und: "Wir werden nie einen Apfel oder eine Rose erschaffen können." Am Donnerstag ist der Künstler und Theologe Emil Wachter 90-jährig in Karlsruhe gestorben.
Altes Testament Seine Stillleben, die oft nicht zusammengehörige Dinge auf der Fläche eigenwillig arrangieren, seine Aquarelle, grafischen Zyklen und Skulpturen schöpften aus der Quelle des Alten Testaments. Als "Maler-Theologen" bezeichnete ihn Vernissagenredner Hans Maier, früherer Kultusminister Bayerns und profunder Kenner von Wachter Werk, das oft mit dem von Marc Chagall verglichen wurde. Eines der bevorzugten Motive Emil Wachters waren Vögel als menschliche Stellvertreter. Ein Lebewesen, das für Freiheit steht, gleichzeitig aber auch für potenzielle Gefangenschaft und Gefährdung.
Studium bei Heckel Geboren ist Wachter 1921 in Neuburgweiher bei Karlsruhe. 1940 begann er ein Theologiestudium, das durch Kriegsteilnahme unterbrochen wurde. Nach dem Abschluss folgte ab 1949 ein Studium an der Karlsruher Kunstakademie, wo er ab 1958 auch lehrte. Nach einem Zerwürfnis mit der Leitung arbeitete Wachter ab 1963 freischaffend. Der Vater von vier Kindern war zuletzt Witwer.
Noch während des Studiums bei Erich Heckel in den 40er Jahren schuf Wachter die ersten Glasfenster für Kirchen. Die bekannteste ist heute die Autobahnkirche St. Christophorus bei Baden-Baden. Aber auch in der näheren Umgebung finden sich Wachters sakrale Gestaltungen: in St. Oswald in Buchen, in St. Kilian in Osterburken oder in der Johanneskirche Künzelsau.
"Mythologie ist ein weites Meer", sagte der 90-jährige Künstler, für den die Farbe Blau "am besten für Träume geeignet" war. Er wird am Samstag in seinem Geburtsort Neuburgweiher bei Karlsruhe beerdigt.
Museum Würth, Künzelsau-Gaisbach, bis 19. Februar täglich von 11 bis 18 Uhr. Katalog: 32 Euro.
Theater in der Region | Links
24.05.2012
Preistägerkonzert und Verleihung des Förderpreises
24.05.2012
Des Geyers schwarzer Haufen - Folks-Musik.
24.05.2012
Jugendmusikschule: Vorspiel Violine.
24.05.2012
24.05.2012
24.05.2012
Veranstaltungsreihe: Wenn die Eltern älter werden.
24.05.2012
24.05.2012
24.05.2012
24.05.2012
2372 mal gelesen
Schlag gegen mutmaßlich kriminelle Gruppe
654 mal gelesen
Kathrin Köster legt Amt nieder
398 mal gelesen
57-Jährige fällt auf Trickbetrüger herein
367 mal gelesen
Keine langen Kneipennächte mehr
348 mal gelesen
8 Kommentare
Öhringen 6 Kommentare
Keine langen Kneipennächte mehr
3 Kommentare
Stadt verzichtet auf privaten Wachdienst
Memmingen (dpa) 1 Kommentare
Amok-Alarm: Schüler schoss mit Vaters Pistolen
1 Kommentare
Archivsuche
- Hauptnavigation Freizeit
- Themen Anzeigen
- Links
- Service




