Fest der Alten Musik gestrichen

Von unserem Redakteur Hagen Stegmüller

Fest der Alten Musik gestrichen
Mit 40 000 Euro fördert die Sparkassen-Gruppe den Hohenloher Kultursommer. Der Scheck wechselte im Künzelsauer Landratsamt den Besitzer.Foto: Stegmüller 

Hohenlohe - Das neue Programm sei "attraktiv und frisch", meinte Otto Müller gestern in Künzelsau. Der Geschäftsführer der Kulturstiftung Hohenlohe stellte die 26. Saison des Kultursommers vor und kündigte den Klassikfreunden einen "spannenden Wechsel" an.

Die erste Veränderung betrifft das Fest der Alten Musik auf der Haller Comburg. Nachdem die Besucherzahlen mehrfach unter den Erwartungen geblieben waren, wurde die Konzertreihe aufgelöst. Ausgebaut wird dagegen die Weltmusik-Reihe mit drei Konzerten in Dörzbach, Ilshofen und Blaufelden-Herrentierbach.

Hohe Qualität

Den Reigen der 66 Konzerte eröffnen die Heidelberger Sinfoniker am 2. Juni auf Schloss Neuenstein. Auch das Arcos Orchestra aus New York wird in Neuenstein erwartet. Rund 2000 Besucher fasst das Musikfest auf Schloss Weikersheim am 7. Juli. Das Motto lautet "Musik und Natur", es spielt das Symphonieorchester des Nationaltheaters Prag.

"Wir bieten eine hohe musikalische Qualität", sagte Müller, ein "absoluter Höhepunkt" sei für ihn Monteverdis Marienvesper in der Schöntaler Klosterkirche. Ein "Spektakel" erwartet der Geschäftsführer beim barocken Trompetenkonzert des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn in Schöntal.

In der neuen Saison rechnen die Veranstalter wieder mit rund 15 000 Besuchern. Nach Angaben Müllers fiel das Jubiläumsjahr teurer als geplant aus. Das Minus von 50 000 Euro belaste nun das Budget der neuen Saison, weshalb man um eine Erhöhung der Kartenpreise nicht herumgekommen sei. Knapp fünf Prozent mehr müssen die Musikliebhaber bezahlen, eine Konzertkarte kostet dann in der Regel zwischen 20 und 25 Euro.

Glaubt man dem Veranstalter und den Sponsoren, gewinnt die Kultur im ländlichen Raum an Bedeutung. "Der Kultursommer hilft, die Menschen in der Region zu halten", sagte Kraft Fürst zu Hohenlohe-Oehringen, Vorsitzender der Kulturstiftung Hohenlohe. Das Festival helfe, den Fachkräftemangel zu verringern und fördere so die Wirtschaft. Der Hohenloher Sparkassen-Chef Werner Gassert, Vertreter des Hauptsponsors, sprach von Hohenlohe als einer "Metropolregion für Kultur". Speziell der Kultursommer sei "eine kulturelle Perle und ein Markenzeichen Hohenlohes" geworden.

Kleinod

Von Umbrüchen bleiben auch einzelne Städte nicht verschont. Gemeinden wie Niedernhall oder Gaildorf müssen dieses Jahr auf Konzerte verzichten, dafür stößt der Kultursommer noch weiter in die Provinz vor. Die Harfe von Silke Aichhorn erklingt im August in der Katharinenkirche von Gerabronn-Amlishagen. Die Dorfkirche in dem kleinen Teilort betrachtet die Kulturstiftung als "Kleinod mit einem einzigartigen Markgräfler-Wandaltar". Schon immer sei es der Anspruch des Festivals gewesen, zusammen mit dem Publikum auch die weniger bekannten Orte Hohenlohes zu entdecken.

Karten gibt es ab Montag bei der Heilbronner Stimme, unter 07940 18348 oder www.hohenloher-kultursommer.de. Programme liegen in Rathäusern aus.



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