Mit Schockanrufen Geld erbeutet
Von Bettina Henke
Öhringen - Eine Reihe von Schockanrufen in russischer Sprache hatten im Juni 2012 ältere Spätaussiedler im Raum Künzelsau und Öhringen in Angst und Schrecken versetzt.
Unter Vorspiegelung, dass ein naher Angehöriger einen Unfall verursacht habe, bei dem auch ein Kind schwer verletzt worden sei und er sofort die Klinikkosten zu bezahlen habe, um nicht Schwierigkeiten mit der Polizei zu bekommen, hatten die völlig überrumpelten Opfer in mehreren Fällen an kurz darauf vor ihrer Tür stehende Geldkuriere bezahlt.
So auch in einem Fall in Künzelsau, wo eine ältere Frau 10.800 Euro aushändigte.
Wenige Tage später wurden bei einer gezielten Polizeikontrolle auf einem Parkplatz bei Walldürn ein damals 35-jähriger Mann und eine 38-jährige Frau, beide litauische Staatsbürger, festgenommen. In ihrem Wagen wurden neben einem Notebook, mehreren Handys und aus Litauen stammenden Prepaid-Karten neben weiterem Bargeld die ergaunerten 10.800 Euro gefunden.
Zudem schien das Paar darauf zu warten, von einem unbekannten Dritten zu einem neuen Schockanruf-Opfer in Walldürn gelotst zu werden.
Urteil
Am Donnerstag verurteilte das Schöffengericht Öhringen das Gaunerpaar wegen gemeinschaftlichen gewerbsmäßigen Betrugs, versuchten gewerbsmäßigen Betrugs - im Fall der 39-Jährigen in Tateinheit mit Fahrens ohne Fahrerlaubnis - zu Haftstrafen.
Während die Frau von Beginn an geständig war, räumte ihr Komplize erst nach einigem Hin und Her die ihm zur Last gelegten Taten ein. Die einschlägig vorbestrafte Angeklagte muss für ein Jahr, acht Monate ins Gefängnis, der in Litauen vielfach vorbestrafte Mann für zwei Jahre, drei Monate. Über weitere Mittäter hüllten sich beide in Schweigen.
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