Jochen Schnell verlässt Intersport

Heilbronn  Intersport-Vorstand Jochen Schnell verlässt den Sportfachhandelsverbund überraschend Ende September. Aus "sehr privaten Gründen" habe sich der 51-jährige Manager zu diesem Schritt entschieden, teilte die Genossenschaft mit.

Von Jürgen Paul

Zum Monatsende scheidet Jochen Schnell aus der Chefetage von Intersport aus. Foto: Archiv/dpa

"Wir respektieren die Entscheidung von Jochen Schnell. Gleichzeitig bedanken wir uns für die sehr gute Zusammenarbeit", sagt Aufsichtsratsvorsitzender Knud Hansen. Schnell, der die Bereiche Ware und Markt verantwortet hat, habe in seinen gut zweieinhalb Jahren im Amt "viele Impulse gesetzt, die unsere Gemeinschaft vorangetrieben haben", lobte Hansen.

Stärkung der Marke

Schnell kümmerte sich vor allem um die Stärkung der Marke und stand für ein selbstbewussteres Auftreten von Intersport gegenüber den Lieferanten aus der Industrie.

Nachfolgersuche

Zunächst übernehmen Vorstandsvorsitzender Kim Roether und Vorstand Hannes Rumer Schnells Geschäftsbereiche. Bei Intersport hofft man, bis Anfang 2018 einen Nachfolger für diese wichtige Position gefunden zu haben.

Branche unter Druck

Der Rücktritt Schnells, den Roether als "schade, aber zutiefst menschlich" bezeichnete, trifft Intersport in einer bewegten Phase. Der stationäre Sportfachhandel gerät durch die Online-Konkurrenz stark unter Druck. In Kürze will Intersport mit seiner kooperativen Händlerplattform durchstarten. Insgesamt stellt sich die Genossenschaft neu auf und errichtet zudem ein Logistikzentrum in Heilbronn. Die Umsätze lägen bis Ende August auf Vorjahrsniveau, sagte ein Sprecher. Damit sei man zufrieden.