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Audi bleibt unbeirrt auf Angriffskurs
Von Jürgen Strammer
Nach einem guten Start ins Jahr 2005 zeigte sich Audi-Vorstandschef Martin Winterkorn bei der Hauptversammlung in Ingolstadt optimistisch. Gestützt wird seine Zuversicht von einem Umsatzplus von 17,3 Prozent in den ersten vier Monaten dieses Jahres.
Winterkorn zu den Aussichten: „Wir erwarten, dass die wesentlichen finanziellen Erfolgsgrößen inklusive Ergebnis in diesem Jahr genauso gut ausfallen werden wie im Vorjahr.“ Angepeilt wird dabei eine Kapitalrendite von zehn Prozent, 2005 waren es noch 9,7 Prozent. Der Vorsteuergewinn hatte im Vorjahr den Rekordwert von 1,3 Milliarden Euro erreicht. Der Absatz soll 2006 um sechs Prozent steigen.
Winterkorn bekräftigte die großen Wachstumsziele von einer Million verkauften Fahrzeuge bereits zum Ende 2008. Er setzt dabei nicht nur auf Wachstum in neuen Märkten, sondern auch auf „verdrängen, um nicht verdrängt zu werden“. Diese Aussage zielt besonders auf den größeren Konkurrenten BMW. Dort hatte man bisher Audi zumindest in der Öffentlichkeit weitgehend ignoriert. Mittlerweile sind die Münchner aber dünnhäutig geworden und reagieren zunehmend verärgert auf den aggressiven Wachstumskurs von Audi. BMW sei beim Absatz „meilenweit vor Audi“, hieß es zuletzt beispielsweise.
Außer dem Erschließen neuer Märkte betonte Winterkorn die Notwendigkeit die Produktivität in den deutschen Werken Neckarsulm und Ingolstadt zu steigern. „Zum einen senken wir die Lohnstückkosten durch optimierte Produktionsabläufe und flexible Arbeitszeiten.“ Ein gutes Mittel, um die Wertschöpfung pro Fahrzeug zu steigern seien außerdem Sonderausstattungen: „Immer öfter verkaufen wir exklusiv ausgestattete Fahrzeuge, die mehr als 200 000 Euro erzielen.
Zentraler Punkt des Wachstumskurses bleibt jedoch die Modelloffensive. Vom Volumen am bedeutendsten ist dabei derzeit der sportliche Geländewagen Q7. Auf aktuelle Spekulationen, dass der kleinere Bruder des Q7, der Q5, ab 2008 in Ingolstadt gebaut werden soll, ging Winterkorn gestern nicht ein. Dem Vernehmen nach hat Ingolstadt jedoch gute Chancen, das Rennen gegen Bratislava zu machen - dort wird der Q7 gebaut. Ein Q5 in Ingolstadt wäre auch für Neckarsulm eine gute Nachricht, dadurch wird die kommende Drehscheibe der deutschen Werke gestärkt. Das sicherlich erheblich größere Volumen des Q5 kann in Bayern nur gebaut werden, wenn Produktionsspitzen vor allem beim A4 nach Neckarsulm verlagert werden können.
Bei den guten Aussichten zeigten sich auch die Kleinaktionärsvertreter äußerst zahm. Sie plädierten allerdings für eine höhere Dividende. Außerdem solle Audi aus „den Klauen der Konzernmutter VW entlassen werden. Die brauchte allerdings zuletzt die Gewinnüberweisung von Audi dringend. Trotzdem wurden im Mai 21,7 Millionen Euro Erfolgsbeteiligung an die Beschäftigten ausgeschüttet. Die erweiterte Mitarbeiterbeteiligung war in der neuen Betriebsvereinbarung definiert worden.
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