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Sommerflaute auf dem Arbeitsmarkt
Von Werner Tewes
Region - Der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt ist vorerst gestoppt. Im August stieg die Erwerbslosenquote erstmals seit Jahresbeginn wieder im Stadt- und Landkreis Heilbronn im Vergleich zum Vormonat. Einen erneuten Einbruch der Konjunktur macht die Arbeitsagentur dafür allerdings nicht verantwortlich. "Im Agenturbezirk waren vor allem saisonale Einflüsse zu spüren", so Hans-Peter Schmidt, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Heilbronn.
Besser als 2009
Zum Stichtag im August lag die Erwerbslosenquote mit 5,4 Prozent zwar um 0,2 Punkte über dem Juli, aber immer noch um 0,8 Punkte unter dem Wert vom August 2009. Insgesamt waren im Stadt- und Landkreis zuletzt 13 079 Personen arbeitslos gemeldet. Die Zahl der offenen Stellen beziffert die Arbeitsagentur mit 2798 − 178 mehr als im Juli. Allerdings geht die Nachfrage nach Arbeit leicht zurück. "Nicht ungewöhnlich", heißt es dazu, "da während der Ferien in der Regel weniger Bedarf angemeldet wird." Die Betriebe trugen im August demnach insgesamt 1243 neue Arbeitsplätze ein und damit 111 weniger als im Vormonat.
Negativ entwickelt hat sich unterdessen auch der Arbeitsmarkt für junge Menschen. Gegenüber Juli kletterte die Anzahl der Erwerbslosen unter 25 Jahren im August um 26,7 Prozent auf 1549 im Stadt- und Landkreis Heilbronn. Die Arbeitsagentur begründet das vor allem damit, dass zum Sommer häufig Schule, Ausbildung oder andere Beschäftigungsverhältnisse beendet werden und junge Menschen sich dann arbeitslos melden. Die Erwerbslosenquote lag allerdings auch in dieser Altersgruppe mit 5,1 Prozent noch deutlich unter dem Vorjahreswert von 7,2 Prozent. Ein leichtes Ungleichgewicht gibt es derweil auf dem Ausbildungsmarkt: 3189 Bewerbern stehen 2972 Ausbildungsstellen gegenüber.
Kurzarbeit rückläufig
Dass sich die Wirtschaft trotz des aktuell leichten Rückschlags insgesamt dennoch auf einem guten Weg befindet, zeigt indes die Nachfrage nach Kurzarbeit. Im letzten statistisch erhobenen Zeitraum im Juli haben 24 Firmen aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn für 191 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Im Juni waren es noch 21, allerdings größere Betriebe mit insgesamt 526 Mitarbeitern. Zum Vergleich: Als die regionale Wirtschaft Mitte des vergangenen Jahres die Krise am deutlichsten zu spüren bekommen hatte, waren es zeitweilig rund 200 Firmen pro Monat gewesen, die für etwa 3500 Beschäftigte auf das Arbeitsmarktinstrument zurückgreifen wollten, um damit die Folgen von Auftragseinbrüchen abzufedern.
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