Läpple: Werkzeugbau wird verkauft (27.08.2010)

Von Werner Tewes

Läpple: Werkzeugbau wird verkauft
Quo vadis? Wie sieht die Zukunft des Traditionsunternehmens Läpple aus? Gestern entschieden die Eigentümer auf der Hauptversammlung genau diese Frage. Sie hatten die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Konzepten.Foto: Archiv/Kugler 

Heilbronn - Die Zukunft von Läpple ist entschieden: Auf der Hauptversammlung haben die Aktionäre am Donnerstag dem Vorstand grünes Licht für die Umsetzung seines Konzepts gegeben. Der Werkzeugbau geht damit zum 1. September in die Hände des portugiesischen Unternehmers Mario Da Silva über, eine interne Dienstleistungsgesellschaft wird verkauft. Der Anlagenbau wird zu Fibro nach Hassmersheim verlagert. "Wir müssen jetzt nach vorne schauen", so Vorstandschef Olaf Hedden. "Das heute ist ein erster wichtiger Schritt, aber wir stehen erst ganz am Anfang des Restrukturierungsprozesses."

Mammutsitzung

Dass sich die Aktionäre die Entscheidung nicht leicht gemacht haben, zeigt die Dauer der nichtöffentlichen Hauptversammlung. Bis spät in den Abend hinein berieten die Eigentümer über die Zukunft des Unternehmens. Es gab viel Diskussionsbedarf am Sitzungsort, der Vorstandsetage in der Läpple-Zentrale in Heilbronn.

Zu hören ist, dass der Vorstand zwar das Konzept des Betriebsrats vorstellte, aber auch klar auf dessen Schwächen hinwies. Zuvor hatte das Management die Seriosität der kurzfristig eingetroffenen Angebote offen angezweifelt. Auch Aufsichtsratschef Gerd Kleinert, im Hauptberuf Vorstandsvorsitzender von Kolbenschmidt-Pierburg, galt unter Insidern nicht als Freund der Pläne der Arbeitnehmervertreter.

In der Hauptversammlung habe der Vorstand dann moniert, dass Kapitalnachweise der potenziellen Investoren fehlten, heißt es. Zudem lägen nur Absichtserklärungen vor, keine konkreten Kaufverträge. Nach Informationen der Heilbronner Stimme standen mittlere zweistellige Millionenbeträge zur Debatte, um den Standort Heilbronn aus der Läpple-Gruppe herauszulösen.

Unternehmensnahe Kreise berichten, dass das Management den Eigentümern gegenüber aber Bedenken äußerte, ob dieses Geld tatsächlich bei den Bietern vorhanden sei. Erst nach Sitzungsbeginn trudelten Bestätigungen von Wirtschaftsprüfern und Banknachweise ein, dass die Investoren für das Betriebsratskonzept über ausreichend flüssige Mittel verfügen.

Allerdings: Auch Zweifel über die Zahlungsfähigkeit der Interessenten für das Vorstandskonzept kamen auf. Ein Grund: Gegen die Formenbau Züttlingen GmbH läuft ein Mahnverfahren wegen nicht bezahlter Rechnungen.

Genug Geld

Inhaber dieser Firma ist wiederum Mario Da Silva − jener Unternehmer, der nun den Werkzeugbau der Läpple AG übernehmen wird. Manfred Bieber, Geschäftsführer der Formenbau Züttlingen GmbH, weist freilich darauf hin, dass dieser Umstand "rein gar nichts mit Mario Da Silva zu tun" habe. Von einer zu dünnen Liquiditätsdecke könne man nicht sprechen, heißt es aus Züttlingen.

 




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