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Läpple-Aufsichtsrat stützt den Vorstand (06.04.2010)
Von Werner Tewes
Heilbronn - Kampfabstimmung bei Läpple: Der Aufsichtsrat des angeschlagenenen Heilbronner Automobilzulieferers hat gestern Nachmittag das Sanierungskonzept gestützt, das der Vorstand vergangene Woche unter großen Protesten der Belegschaft und der Gewerkschaft vorgestellt hatte. Nach Informationen der Heilbronner Stimme verlief die Sitzung des paritätisch besetzten Aufsichtsgremiums allerdings nicht reibungslos. Die komplette Arbeitnehmerseite verweigerte dem Konzept ihre Zustimmung, ist zu hören.
Doppeltes Gewicht
Verhindern konnte sie allerdings nicht, dass der Vorstand nun den Auftrag bekommen hat, den Plan weiterzuverfolgen, der einen Abbau von 700 Stellen vorsieht. Laut Gesetz hat die Stimme des Aufsichtsratsvorsitzenden bei einem Patt doppeltes Gewicht. Unter Kennern gilt der Aufsichtsratschef Gerd Kleinert als Unterstützer des Läpple-Vorstandssprechers Olaf Hedden − und damit auch seiner Pläne. Bevor er Anfang Februar zu Läpple gewechselt ist, war Hedden als Finanzfachmann bei der Kolbenschmidt-Pierburg AG beschäftigt. Dort wiederum ist Kleinert Vorstandsvorsitzender. Über Einzelheiten der nichtöffentlichen Sitzung des Aufsichtsrats gibt es von Läpple freilich keine Angaben.
Klar ist jedoch, dass der Läpple-Vorstand mit dem Entschluss nun das Sanierungspaket weiter auf den Weg bringen kann. Die finale Abstimmung des Aufsichtsrats über das Konzept soll zwar erst Anfang Mai erfolgen, doch das endgültige Okay gilt unter Insidern nur noch als Formsache. Schließlich soll der Werkzeugbau laut informierten Kreisen möglichst schon zum 1. Mai einen neuen Eigentümer gefunden haben. Nach eigenen Angaben führt die Geschäftsführung auch bereits seit Wochen "erfolgversprechende Gespräche" mit möglichen Käufern. Dem Vernehmen nach sollen sowohl ausländische als auch deutsche Unternehmen an der Sparte Interesse gezeigt haben.
Entsprechend zufrieden äußert sich Läpple-Vorstandssprecher Olaf Hedden zum vorläufigen Okay des Aufsichtsrats für das Sanierungskonzept. "Damit wird die Grundlage geschaffen, die Läpple AG nachhaltig als attraktiven und verlässlichen Partner der Automobilindustrie aufzustellen", sagt der Vorstandschef. "Wir wollen nun zügig in Gespräche mit dem Betriebsrat eintreten, um eine für das Unternehmen und die Mitarbeiter tragbare Umsetzung des Konzepts zu erreichen."
Harte Verhandlungen
Dass den Vorstandschef dabei viel Widerstand erwartet, gilt jedoch als ausgemacht. Vertreter der IG Metall und des Betriebsrats der Läpple AG bezeichnen das Sanierungskonzept weiterhin als "nicht schlüssig". Zuletzt wurde von Seiten der Arbeitnehmervertretung betont, dass die Pläne das "Ende der Läpple-Gruppe" bedeuteten. Konkrete Protestaktionen sind indes derzeit noch nicht geplant. Die Arbeitnehmervertreter wollen jetzt die nächsten Schritte beraten.
Auch die Mitarbeiter werden laut dem Betriebsratschef Valentin Luschenz in den nächsten Tagen "ganz normal zur Arbeit" gehen. Allerdings ist aus Belegschaftskreisen auch zu hören, dass die Stimmung im Werk am Boden sei. Viele Beschäftigte befänden sich in einem Schockzustand nach dem Entschluss des Aufsichtsrats, heißt es.
Hintergrund: Der Läpple-Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat der Heilbronner Läpple AG hat Ende Februar ein neues Gesicht bekommen, seitdem setzt sich das Gremium paritätisch aus Vertretern der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite zusammen. Die aktuellen Aufsichtsräte sind: Gerd Kleinert (Vorsitzender), Peter Milling, Jürgen Ergenzinger (beide Stellvertreter), Eike Rall, Otto Andresen, Rainer Heinrich, Rainer Eisele, Valentin Luschenz, Manfred Hoppe, Theodor Bartsch, Ralf Förschner, Alfred Gawinowski. wet
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