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Heiter bis wolkig
Von unserem Redakteur Jürgen Paul
Heilbronn - Das Jahr 2012 wird ein gutes für die regionale Wirtschaft, auch wenn sich der Aufschwung nicht mehr wie 2011 fortsetzen wird. Das ist die Überzeugung der Experten aus verschiedenen Branchen, die am Mittwochabend auf Einladung der Wirtschaftsjunioren Heilbronn-Franken (WJ) im Redblue ihre Konjunkturprognosen abgaben. Den optimistischen Grundton vor rund 400 Besuchern gab WJ-Kreisvorsitzende und Moderatorin Amela Turkmanovic vor, die Deutschland 2012 erneut als "Profiteur der wachsenden Weltwirtschaft" sah.
Selbstbewusstsein Die aktuellsten Daten und Fakten zur Perspektive der regionalen Wirtschaft lieferte Elke Schweig. Die Hauptgeschäftsführerin der IHK Heilbronn-Franken stellte die Ergebnisse der jüngsten Quartalsumfrage vor (wir berichteten) und kam zu folgendem Schluss: "Die Unternehmen sind sich ihrer eigenen Stärke bewusst und lassen sich durch externe Faktoren nicht beirren." Selbstbewusst verkündete die IHK-Chefin, deren Vorgänger Heinrich Metzger im Publikum interessiert zuhörte, ein regionales Wachstum für 2012 von mindestens zwei Prozent.
"Deutschland wird 2012 die Konjunkturlokomotive bleiben", sagte Matthias Hellmuth, Vorstandsmitglied der Volksbank Heilbronn, voraus. Für Europa rechnet der Banker gleichwohl mit einer milden Rezession. Hellmuth wagte zudem einen Blick in die weitere Zukunft, die er nicht eben rosig sieht. Die Megatrends Demografie, Verschuldung und eine Produktivität, die sich der Sättigungsgrenze nähere, werden seiner Ansicht nach bald voll negativ durchschlagen.
"Von Nebel umhüllt" beschrieb Peter Marbach vom gleichnamigen Heilbronner Werkzeugbauer die nahe Zukunft. Er kritisierte die Hilflosigkeit der Politik, erkannte eine Miesmacherei durch die Medien und plädierte dafür, positiv zu denken. "Jeder muss seine eigene Stärke ergründen und seine eigene Konjunktur entwickeln", sagte Marbach. Für sein Unternehmen und auch die Branche erwartet er 2012 ein Plus von drei Prozent, "mit Luft nach oben".
"Wir hängen nicht an der Konjunktur, sondern am Wetter", machte Palmbräu-Chef Wolfgang Scheidtweiler deutlich. Der Unternehmer, der auch Brauereien in Schleiden, Pforzheim und Konstanz sowie einige Hotels besitzt, berichtete, wie er das marode Eppinger Unternehmen nach der Übernahme 2009 wieder auf die Erfolgsspur gebracht habe. "Bier braucht Heimat", fasste er den Trend zur Regionalisierung zusammen, von dem Palmbräu stark profitiere.
Wachstum Einen internationaleren Blickwinkel brachte Armin Heß ein. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Berner Trading Holding aus Künzelsau sieht eine Verlangsamung des weltwirtschaftlichen Expansionstempos, ist für Deutschland aber positiv gestimmt. "Deutschland kann und wird einer Rezession entgehen", legte sich Heß fest. Es sei im laufenden Jahr ein Wachstum von bis zu einem Prozent drin. Der Schraubenhändler plant gar unverdrossen ein zweistelliges Wachstum. Heß sprach sich dafür aus, angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Spanien, Italien und Portugal, junge Menschen von dort anzuwerben, um den hiesigen Fachkräftebedarf zu decken.
Eberhard Köhler, Geschäftsführer der Öhringer Firma Schneider Bau, erwartet 2012 eine stabile Baukonjunktur. "Der Bedarf ist vorhanden", betonte Köhler, der freilich eine spürbare Zurückhaltung der öffentlichen Hand bemängelte. Er forderte mehr regionale Public-Private-Partnership-Modelle und eine zweckgebundene Pkw-Maut.
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