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Geteiltes Bild bei Läpple
Von Werner Tewes
Heilbronn - Niedergeschlagenheit: Mit gesenktem Blick trotten Menschen über das Werksgelände, Kopfschütteln. "Das ist das Ende der Firma Läpple, der Todesstoß", sagt ein Familienvater, Anfang 40. Seit "etlichen Jahren" arbeitet er im Werkzeugbau, der nun verkauft wird. "An eine erfolgreiche Zukunft glaube ich nicht", sagt er. Optimismus: Noch ist kein Lächeln zu erkennen, aber die Gesichtszüge vieler wirken entspannter als in den vergangenen Wochen und Monaten. "Es ist gut, dass endlich Klarheit herrscht", sagt ein Arbeiter aus der Blechteilefertigung. In dieser Sparte soll es Personalabbau geben. "Aber wir müssen das jetzt zusammen anpacken, dann wird es mit Läpple wieder aufwärts gehen."
Zwei Reaktionen, ein geteiltes Bild. Nachdem die Hauptversammlung der Läpple AG die Sanierungspläne des Vorstands am späten Donnerstagabend endgültig genehmigt hat, geht es zwar weiter bei der Firma Läpple. Wie genau, ist aber noch ungewiss. Klar ist nur: Der Werkzeugbau mit seinen rund 300 Beschäftigten geht in die Hände Mario Da Silvas über. Eine interne Dienstleistungsgesellschaft soll nach Informationen der Heilbronner Stimme Mitte September von einem Personaldienstleister übernommen werden. Der Anlagenbau wird mit der Firma Fibro-GSA in Haßmersheim zusammengelegt. Bei letzterer Sparte soll es genauso wie in der Blechteilefertigung Heilbronn Personalabbau geben. Umfang unklar.
Aufwärts
Vom Management heißt es , dass die ursprünglich genannten Zahlen − 250 Stellen sollten in der Restfirma Läpple gestrichen werden − keinen Bestand mehr haben. Laut Vorstandssprecher Olaf Hedden wird der Personalabbau "geringer ausfallen, weil sich die Auftragslage gebessert hat". Man stehe kurz davor, "bedeutende Projekte" an Land zu ziehen. Die Läpple-Gruppe, da ist sich die Chefetage sicher, kann jetzt entspannter in die Zukunft schauen als zuvor. "Damit wir wieder erfolgreich werden, müssen wir aber zusammenhalten, denn wir sind erst am Anfang der Restrukturierung", so Hedden.
Fragezeichen
Ob der aktuelle Betriebsrat den Prozess begleiten wird, ist aber mehr als fraglich. Durch die Aufspaltung des Konzerns wird sich dieses Gremium neu zusammensetzen müssen. Zwar besteht die Möglichkeit, dass Betriebsratschef Valentin Luschenz und seine Kollegen Übergangsmandate erhalten. Aber Luschenz sagt: "Dieser Betriebsrat wird keine Konzepte begleiten, die nicht nachhaltig sind." Und weiter: "Die Schweinereien, die der Vorstand hier vorantreibt, machen wir nicht mit."
Unternehmensnahe Kreise berichten: Im Vorstand wäre man nach den harten Auseinandersetzungen der vergangenen Tage über einen neubesetzten Betriebsrat nicht unglücklich. Die IG Metall äußert sogar die Sorge, dass es eine "mitbestimmungsfreie Zeit" bei Läpple geben könnte. Der Stellenabbau könnte dann ohne ordentliche Verhandlungen durchgeführt werden. Doch diese Befürchtung wischt das Unternehmen vom Tisch. "Wir wollen Mitbestimmung", sagt ein Sprecher. "Der Vorstand möchte ein konstruktives Betriebsratsgremium, mit dem man den Sanierungsprozess jetzt gemeinsam angehen kann."
Eigentümerstruktur
Der Aktionärskreis der Läpple AG ist relativ überschaubar. Denn der traditionsreiche Heilbronner Automobilzulieferer ist immer noch ein reines Familienunternehmen. Ausschließlich Nachfahren des Firmengründers August Läpple halten Anteile am Unternehmen. Ein Teil der Aktionäre wohnt im Unterland, allerdings gibt es auch welche in Franken, in Baden, in Bayern, Hessen und Berlin. Aus insgesamt 21 Familienmitgliedern setzt sich der Gesellschafterkreis zusammen. wet

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