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Franz Schneider will neue Märkte erobern
Von unserem Redakteur Jürgen Paul
Nordheim - Nach einem Jahr des Umbruchs stehen die Zeichen bei der Armaturenfabrik Franz Schneider wieder auf Wachstum. Mit dem neuen Geschäftsführer Rolf Kummer will das Unternehmen seine starke Marktposition ausbauen.
Im Frühjahr 2011 trennte sich das Familienunternehmen vom damaligen Geschäftsführer Frank Zimmermann. "Es hat nicht mehr gepasst", sagt Rolf Busch knapp zu der Personalie. Busch, der mehr als zwölf Jahre bis 2008 das Unternehmen selbst geführt hatte und als Vorsitzender in den Beirat gewechselt war, ließ sich für die Übergangszeit noch einmal in die operative Verantwortung nehmen. Die Bilanz kann sich trotz der "hausgemachten Sonderbelastungen" durch den Wechsel an der Firmenspitze sehen lassen.
Steigerung
Die Armaturenfabrik Franz Schneider hat im Geschäftsjahr 2011 den Umsatz um 19 Prozent auf 44 Millionen Euro gesteigert. 75 Prozent davon entfallen auf den Bereich Armaturen für die Mess- und Regeltechnik sowie für Großdieselmotoren, das restliche Viertel steuert der Bereich Karosserieteile für die Automobilindustrie bei. Auch mit der Ertragsseite zeigte sich Busch zufrieden: "Wir haben ein gutes positives Ergebnis erzielt", sagte der 75-Jährige, der nun wieder in den Beirat wechselt.
Denn mit Rolf Kummer haben die Nordheimer einen Geschäftsführer gefunden, der die Erfolgsgeschichte des 1875 gegründeten Traditionsunternehmens fortschreiben soll. Der 45-jährige Heidenheimer ist seit mehr als 15 Jahren in der Armaturenindustrie tätig, zuletzt bei Talis Deutschland.
Für seine neue Aufgabe hat sich Kummer viel vorgenommen. Zum einen will er die beiden Werke am Stammsitz Nordheim noch effizienter machen. "Wir setzen stark auf Automatisierung und kontinuierliche Verbesserungsprozesse", sagt der neue Geschäftsführer. Rund drei Millionen Euro will das Unternehmen im laufenden Jahr investieren. Die Mitarbeiterzahl von 270 soll leicht steigen, wenn es gelingt, Fachkräfte zu gewinnen. "Wir haben eine Prämie für Mitarbeiter ausgelobt, wenn sie uns Fachkräfte vermitteln", sagt Rolf Busch. Außerdem setzen die Nordheimer auf Ausbildung: "Unsere Quote liegt bei zehn Prozent", sagt Busch.
Eröffnungen
Die zweite große Aufgabe des neuen Geschäftsführers ist die Expansion. Schon jetzt liegt der Exportanteil bei Franz Schneider bei knapp 50 Prozent, Tendenz steigend. Vor kurzem hat das Unternehmen, das auch ein Werk in Rumänien mit 60 Mitarbeitern betreibt, neue Vertretungen in Katar und Singapur eröffnet, die mittelfristig ausgebaut werden sollen. Vor allem in Asien spiele künftig die Musik − etwa im Kraftwerksbau und in der Petrochemie. "Potenzial sehe ich aber in allen Märkten in Übersee", sagt Kummer, der für 2012 optimistisch ist. "Die Auftragseingänge liegen im zweistelligen Bereich, es ist kein Abschwung erkennbar."
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