Beyerdynamic auf Rekordkurs

Von unserem Redakteur Jürgen Paul

Beyerdynamic auf Rekordkurs
Das Traditionsunternehmen Beyerdynamic produziert ausschließlich am Stammsitz Heilbronn. Dort werden − wie im Bild zu sehen − auch die Klangsysteme, also das Herz der Kopfhörer und Mikrofone, von Hand gefertigt.Fotos: Beyerdynamic 

Heilbronn - Die Audiospezialisten von Beyerdynamic wollen sich auch durch die eingetrübten Konjunkturerwartungen nicht von der Erfolgsspur abbringen lassen. "Die Auftragslage ist gut, wir sind optimistisch, 2012 unseren Wachstumskurs fortsetzen zu können", sagt Geschäftsführer Wolfgang Luckhardt.

Die zurückliegenden beiden Jahre sind für den Hersteller von hochwertigen Kopfhörern, Mikrofonen, Headsets und Konferenztechnik sehr gut gelaufen. "2011 haben wir wieder das Vorkrisenniveau erreicht", berichtet Luckhardt. Der Umsatz sei zweistellig auf "knapp unter 40 Millionen Euro" gestiegen − das beste Ergebnis in der Geschichte des 1924 gegründeten Familienunternehmens.

Starke Heimat

Bei den konsumorientierten Produkten wie Kopfhörer erzielte Beyerdynamic das Wachstum sowohl auf dem starken deutschen Markt als auch weltweit. Im investitionsabhängigen Bereich, zu dem Konferenzsysteme für Unternehmen, Behörden und internationale Organisationen gehören, ist das Bild uneinheitlich. "In vielen Märkten ist das Segment sehr gut gewachsen", sagte Luckhardt. In einigen westeuropäischen Ländern wie Frankreich oder Italien habe die Nachfrage dagegen stagniert. "Wir spüren, dass im Zuge der Schuldenkrise die öffentliche Investitionsneigung zurückgegangen ist", berichtet der Geschäftsführer.

Beyerdynamic setzt daher vor allem auf die boomenden Wachstumsmärkte im Mittleren Osten, in Asien und in den USA. Und auf den heimischen Markt, der nach wie vor gut ein Drittel zum Gesamtumsatz der Heilbronner beisteuert. Das Herz des Audiospezialisten schlägt weiterhin in der Theresienstraße, wo 260 der insgesamt 310 Mitarbeiter beschäftigt sind − darunter 30 Entwicklungsingenieure. Die Produkte, die zum Großteil im hochpreisigen Segment angesiedelt sind, werden dort in Handarbeit gefertigt, lediglich Vorprodukte und einige Teile kauft Beyerdynamic in Asien zu. "Daran wird sich auch nichts ändern", bekennt sich Luckhardt zur Strategie, nicht den Massenmarkt bedienen zu wollen. Beyerdynamic fühlt sich in der Premium-Nische pudelwohl. Dieses über Jahrzehnte gewachsene Image hilft den Heilbronnern auch bei der Personalsuche. "Wir haben bislang immer gute Leute bekommen" sagt der Geschäftsführer. Häufig handle es sich um Musik- und Audio-Fans, die ganz gezielt zu Beyerdynamic kommen.

Neuheiten

Im laufenden Jahr peilt das Unternehmen das nächste Rekordergebnis an. Die 40-Millionen-Euro-Marke will Luckhardt auf jeden Fall knacken, auch wenn er kein zweistelliges Wachstum mehr erwartet. "Aber fünf Prozent schaffen wir." Dazu sollen auch neue Produkte beitragen, die Beyerdynamic bei den wichtigsten Branchenmessen im Frühjahr präsentieren will.

Beyerdynamic

Das Unternehmen wurde 1924 von Eugen Beyer gegründet und ist noch heute in Familienbesitz. Die Beatles und Abba haben Beyerdynamic-Mikrofone benutzt. Die OECD setzt auf Beyerdynamic-Technik, ebenso der Bundestag oder die Deutsche Bank. Die Produktion erfolgt an der Theresienstraße, wo rund 260 Mitarbeiter beschäftigt sind. Dazu kommen zwölf Beschäftigte in der mechanischen Fertigung in Horkheim, 30 Mitarbeiter in Böckingen, wo Lager, Versand und Service angesiedelt sind, und zehn Außendienstler.Die Mitarbeiter haben im Rahmen des Haustarifvertrages zum Jahresanfang eine Lohnerhöhung von drei Prozent bekommen. jüp

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