Beckert trotzt dem harten Wettbewerb

Von unserem Redakteur Jürgen Paul

Beckert trotzt dem harten Wettbewerb
Im Werkzeugbau von Beckert ist viel Handarbeit gefragt.Foto: Beckert 

Region - Der Formen- und Modellbauer Beckert findet nach dem krisenbedingten Einbruch zurück zu alter Stärke. Großaufträge stimmen die Geschäftsführer zuversichtlich, sich auch künftig in der hart umkämpften Branche durchsetzen zu können.

Die vergangenen drei Jahre waren nicht einfach für den Mittelständler, der sich auf Formenbau, Modellbau und Serienspritzguss vor allem für die Automobilwirtschaft spezialisiert hat. Wie Geschäftsführer Jörg Menge mitteilt, ist der Umsatz 2009 um mehr als 30 Prozent auf 5,5 Millionen Euro eingebrochen − im Jahr zuvor erwirtschaftete das Unternehmen noch 8,44 Millionen Euro. Die Folge: Beckert musste 2009 einen Verlust hinnehmen, "zum ersten Mal in der Firmengeschichte", wie Menge betont. Denn der Kostendruck sei brutal. "Die Kunden zahlen immer später, wir sind gezwungen, Aufträge auf eigenes Risiko vorzufinanzieren", erläutert der Geschäftsführer die "neue Gangart" in der Branche. "Die Großen wälzen die Risiken auf die Kleinen ab", ärgert sich Menge. "Doch wenn wir das nicht mitmachen, kommt der nächste und macht es." Dank einer Eigenkapitalquote von 50 Prozent und der Unterstützung der Banken könne man aber am Markt bestehen, sagt Menge.

In den vergangenen beiden Jahren hat sich der Formenbauer wieder berappelt: Die Erlöse stiegen auf 6,62 Millionen Euro 2010 und 7,5 Millionen Euro 2011. Gleichwohl kämpfte das Unternehmen noch immer mit den Nachwirkungen des dramatischen Einbruches vor drei Jahren. "Wir waren leider gezwungen, acht Mitarbeitern betriebsbedingt zu kündigen und an die Transfergesellschaft Mypegasus in Neckarsulm zu übergeben", berichtet Menge, der die Firma gemeinsam mit Wolfgang Beckert und Rudolf Remmlinger führt.

Von Umsatzrückgängen oder Personalabbau ist bei Beckert heute keine Rede mehr. Die 80 Mitarbeiter, darunter sieben Auszubildende, haben alle Hände voll zu tun, die Aufträge abzuarbeiten. "Wir sind gut ausgelastet", freut sich Menge. Dafür haben neben den Kunden aus der Autozulieferindustrie auch zwei Großaufträge gesorgt. Für die Belüftungssysteme des neuen Airbus A 350 liefern die Friedrichshaller spezielle CFK-Rohre, also Rohre aus kohlestofffaser-verstärktem Kunststoff. Und für den Oberderdinger Spülenspezialisten Blanco CS fertigt Beckert seit kurzem Serienteile für die Gastronomiesparte. Der Geschäftsführer ist daher optimistisch, den Umsatz von zuletzt 7,5 Millionen Euro 2012 halten oder sogar leicht steigern zu können.

Erweiterung Setzt sich das Wachstum fort, will der Mittelständler zusätzliche Kapazitäten schaffen. "Wir wollen die Kunststoffspritzgießerei erweitern und auch in neue Spritzgießmaschinen investieren, um die hohe Kundennachfrage befriedigen zu können", kündigt Menge an. "Der Formen- und Modellbau lebt von einer stets optimalen CAD/CAM-Ausstattung, deshalb stehen auch in diesem Bereich wichtige Investitionen an." Insgesamt könne man die Produktionsflächen von derzeit 3000 auf 4200 Quadratmeter vergrößern.




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