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Bechtle hat den Kraftakt gemeistert
Von unserem Redakteur Manfred Stockburger
Neckarsulm - Ausgesprochen aufgeräumt ist Bechtle-Vorstandschef Thomas Olemotz am Donnerstag, und das ist kein Wunder. Die Stimmung im Unternehmen ist hervorragend − auch, weil die Firma alle 5600 Mitarbeiter in ganz Europa mit einem iPad überrascht hat, das übrigens nur privat und nicht in der Firma verwendet werden darf.
Das Geschenk an die Beschäftigten ist zugleich das Dankeschön für die Rekordzahlen, über die der Vorstandschef seit gestern offen reden darf − und über die er auch sehr gerne redet, was wiederum kein Wunder ist. Auch an der Börse sind die vorläufigen Zahlen gut angekommen: Gestern kletterte die Aktie um mehr als drei Prozent auf 28,50 Euro.
Bestmarken
Das Vorsteuerergebnis haben die Neckarsulmer IT-Dienstleister um satte 39 Prozent auf 86 Millionen Euro gesteigert. Bisher lag die Bechtle-Bestmarke in dieser Disziplin bei 62 Millionen Euro. Gleichzeitig hat das Unternehmen in erheblichem Umfang in seine Mitarbeiter investiert − in zusätzliche Stellen und genauso in die Weiterbildung der Belegschaft.
Beim Umsatz stört allein das Wörtchen "rund" vor der zweiten Umsatzmilliarde das perfekte Bild: Ganz hat es zur Zwei vor dem Komma demnach nicht gereicht, wie die vorläufig gemeldeten Zahlen verraten. Aber die Rundungsdifferenz ist minimal, gibt der Vorstandschef zu verstehen. "Wir haben unsere ambitionierten Wachstumsziele erreicht", sagt Thomas Olemotz.
Obwohl die Konjunktur im Jahresverlauf auch bei Bechtle spürbar nachgelassen hat, ist das Unternehmen auch mit den Zahlen für das vierte Quartal ausgesprochen zufrieden. "In einem äußerst unruhigen wirtschaftlichen Umfeld konnten wir unsere bisherigen Rekordwerte aus dem Vorjahr nochmals leicht übertreffen", sagt Olemotz.
Von Oktober bis Dezember verbuchte der Konzern einen Umsatzanstieg von 566 auf 585 Millionen Euro. Dass diese Umsätze nicht durch Billigpreise gekauft wurden, zeigt sich am um sechs Prozent 26,2 Millionen Euro gesteigerten Vorsteuerergebnis im vierten Quartal.
Der Wachstumskurs geht indes weiter, das zeigt sich alleine schon an den etwa 170 Mitarbeitern, die das Unternehmen im neuen Jahr bereits eingestellt hat − nicht alle davon in Neckarsulm, aber auch am Bechtle-Platz 1 geht das Wachstum weiter. Die Bauarbeiten an der Erweiterung für weitere 400 Mitarbeiter sind ihrem Zeitplan sogar um eine Woche voraus. Für die aktuell mehr als 1000 Mitarbeiter am Standort wird der Platz nämlich langsam aber sicher zu eng.
Erwartungen
Auch was die Auftragseingänge angeht, ist Olemotz nicht unzufrieden, wenngleich er die Erwartungen bremst: Zuwächse von 16 Prozent wie im vergangenen Jahr könnten ohne weiteres nicht wiederholt werden. "Wir wollen aber wieder deutlich schneller wachsen als der Markt", gibt Olemotz die Marschrichtung vor.
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