Bänder bei Läpple in Heilbronn stehen still (02.04.2010)

Von Werner Tewes

Läpple
Heilbronn - Totenstille bei der Läpple AG: Zahlreiche Beschäftigte des angeschlagenen Heilbronner Automobilzulieferers sind am Donnerstag nicht zur Arbeit erschienen, indem sie zum Beispiel Überstunden abbauten oder Krankmeldungen einreichten. Informierte Kreise berichten, dass insgesamt rund 80 Prozent der Belegschaft fehlten. Kenner sehen darin eine Reaktion der Mitarbeiter auf das Sanierungskonzept des Läpple-Vorstands. Am Montag hatte die Chefetage angekündigt, 700 Stellen streichen zu wollen. Der komplette Werkzeugbau des Heilbronner Traditionsunternehmens steht zum Verkauf.

Der Vorstand der Läpple AG wollte sich nicht zu den neuesten Entwicklungen äußern. Nach Informationen der Heilbronner Stimme standen jedoch am Gründonnerstag zwei Pressenlinien im Heilbronner Werk des Autozulieferers still. Die Fertigung im Werkzeugbau ruhte, dasselbe Bild auch in der Sparte Produktionsanlagenbau.

Erster Warnschuss

In den Pressenlinien stellt Läpple Teile her unter anderem für die beiden Fahrzeughersteller Daimler und BMW. Im Werkzeugbau werden dieselben beiden Automobilbauer bedient, hinzukommt noch der Volkswagenkonzern inklusive dem Sportwagenhersteller Porsche. Zwar hat die Situation am Donnerstag laut informierten Kreisen zu keinen größeren Engpässen bei den Kunden geführt. Doch sollte sich die Lage bei Läpple nicht entspannen, könnte das schon bald anders aussehen.

Insider berichten zudem, dass einige Hersteller bereits nervös werden: Besonders Kunden des Werkzeugbaus schauten mit Skepsis auf die Entwicklungen in Heilbronn, heißt es. Der Grund sei die unsichere Zukunft von Läpple, und Aufträge in dieser Sparte gehen in der Regel über mindestens ein Jahr.

Wie es bei Läpple weitergeht, ist ungewiss. Der Fahrplan sieht vor, dass der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am kommenden Dienstag das Sanierungskonzept zunächst einmal prüfen wird. Zwar ist eine Beschlussfassung eigentlich erst für Mai geplant. Nach Informationen der Heilbronner Stimme drängt der Vorstand allerdings auf einen schnellen Verkauf des Werkzeugbaus. Es heißt, wenn möglich, solle die Sparte bereits zum 1. Mai einen neuen Besitzer gefunden haben.

Weitere Ausfälle

Aus Belegschaftskreisen ist wiederum zu hören: Je nachdem wie die Sitzung des Aufsichtsrats am Dienstag ausgehen wird, könnte es zu weiteren Arbeitsausfällen kommen. Ob und wie die Gewerkschaft und der Betriebsrat reagieren werden, ist noch unklar. Die Arbeitnehmervertreter haben allerdings angekündigt, auch zu einem „wochenlangen Kampf“ für den Erhalt des Standorts bereit zu sein.


Kommentar: Scherbenhaufen Läpple


Innerhalb weniger Jahre hat Läpple die hart erarbeiteten Erfolge und seine Bedeutung verspielt. Ein Kommentar von Stimme-Redakteur Manfred Stockburger.







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