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Lidl setzt zum Sprung über den großen Teich an (10.04.08)
Von Manfred Stockburger
Neckarsulm - Im Ende Februar abgelaufenen Geschäftsjahr hat die Schwarz-Gruppe ihren Umsatz um rund zwölf Prozent von 44 auf 49 Milliarden Euro gesteigert. Das erklärt Klaus Gehrig, der Konzernchef des Neckarsulmer Unternehmens, der. Etwa die Hälfte des Umsatzes habe das Unternehmen im Ausland erwirtschaftet. Die Zahl der Mitarbeiter liegt inzwischen bei 260 000. Rund 48 000 arbeiten bei Lidl in Deutschland.
Quantensprünge Gut ein Viertel der 49 Milliarden Euro haben die mittlerweile 810 Kaufland-Märkte (einschließlich Handelshof) erwirtschaftet, deren Wachstum im abgelaufenen Geschäftsjahr „ein Stück schneller“ gewesen sei als das von Lidl. „Kaufland hat Quantensprünge geschafft – auch im Inland.“ In Deutschland gibt es derzeit 530 Kaufland-Filialen. In der weiteren Expansion wird sich Kaufland zunächst auf die bestehenden Länder konzentrieren, sagt Gehrig. „Die kommen da gut voran.“ Nachgedacht werde allenfalls über ein Engagement in der Ukraine.
Lidl steht in Deutschland kurz vor der Marke von 3000 Filialen, obwohl die Neckarsulmer nicht mehr ganz so aggressiv neue Filialen eröffnen wie in den vergangenen Jahren. Netto – also abzüglich der Schließung in der Regel kleinerer oder veralteter Filialen – kommen derzeit pro Jahr etwa 130 bis 150 neue Filialen hinzu. Etwa 500 weitere Standorte sind in der Planung weit fortgeschritten.
Europaweit betreibt Lidl derzeit knapp 8000 Standorte. Die Eröffnung in der Schweiz, die sich mehrfach verzögert hatte, stehe jetzt für das erste Halbjahr 2009 an, so Gehrig. „Das wird nicht einfach“, weiß er. Aber immerhin könnte Lidl dann mit mindestens 60 Standorten starten. Außerdem stehen momentan Kroatien und Serbien auf Lidls Expansionslandkarte
Großer US-Markt Nächstes Jahr steht dann die Entscheidung an, wo Lidl außerhalb Europas anfangen wird. „Dann werden wir entscheiden, wo wir die Pflöcke einschlagen.“ Denn: „Wir brauchen ein großes Land, um unser Wachstum abzusichern.“ Wahrscheinlich wird Lidl den US-Markt angreifen. „Ich denke, dass es darauf hinausläuft“, sagt der Konzernchef. Lidl hat aber auch Brasilien und verschiedene asiatische Staaten im Visier. Nach Russland oder in die Ukraine werde man mit Lidl aber zumindest mittelfristig nicht gehen.
Basic Ein Abenteuer, das Lidl im vergangenen Jahr ebenfalls in die Schlagzeilen gebracht hat, steht kurz vor dem Abschluss: „Wir haben einen Käufer für unsere Anteile an der Bio-Supermarktkette Basic gefunden“, sagt Gehrig. Der endgültige Ausstieg aus dem Münchner Unternehmen ist also nur noch eine Frage der Zeit.
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