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Lidl stellt alle Kameras ab (05.04.2008)
Neckarsulm - Lidl hat alle Videokameras in den Filialen abgeschaltet. Damit reagierte das Neckarsulmer Handelsunternehmen auf die Kritik an der Videoüberwachung von Kunden in den Verkaufsräumen. Bereits am Freitag wurde mit dem Abbau der Kameras begonnen.
Weil die Firma nicht vollständig ausschließen konnte, dass Kunden bei der Eingabe ihrer Geheimzahl gefilmt wurden, hatte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen vor der Kartenzahlung bei Lidl gewarnt: „Wir raten den Kunden dringend ab, bei Lidl mit EC-Karte und Pin-Geheimnummer zu zahlen“, sagte etwa Hartmut Strube, Jurist der Verbraucherschützer der „Süddeutschen Zeitung“.
Peter Schaar, der Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung, teilt diese Einschätzung nicht. „Wir halten das nicht für eine Gefahr, weil die Kameras eingesetzt wurden, um die Mitarbeiter zu filmen“, erklärte seine Sprecherin. Zugleich begrüßte sie, dass Lidl auf den Einsatz von Kameras verzichtet. „Man muss eruieren, was da genau passiert ist.“
Lidl betonte in einer Stellungnahme, dass die Kameras „zu keinem Zeitpunkt“ eingesetzt worden seien, „um persönliche Daten von Kunden wie zum Beispiel Pin-Nummern zu erkennen“. Vielmehr sei es darum gegangen, „Diebstahl und andere strafbare Handlungen“ zu verhindern.
Wie berichtet hatte Lidl Schaars Vorgänger Joachim Jacob als Berater engagiert, um die Beobachtung der Filialen „grundlegend neu“ aufzustellen. „Wenn man Videoüberwachung macht, muss das klar erkennbar sein“, sagte Jacob. Lidl hat sich jetzt das Ziel gesetzt, „die Erfassung sensibler Informationen oder Daten von Kunden wie Mitarbeitern gänzlich auszuschließen“.
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