Weinsberger Firma Xenatec droht die Abwicklung

Weinsberg - Wenig Hoffnung für den von der Pleite bedrohten Maybach-Veredler Xenatec. „Es sieht nicht gut aus“, sagt ein Sprecher des Stuttgarter Insolvenzverwalters Holger Blümle. Sollte sich bis Ende November kein ernsthafter Investor finden, droht der Firma die Abwicklung.

Von Jürgen Paul

Individuelle Luxusautos: Das Unternehmen Xenatec baute unter anderem die Maybach-Limousine 57S zum Coupé um. Xenatec (dpa-tmn)
Weinsberg/Stuttgart - Wenig Hoffnung für den von der Pleite bedrohten Maybach-Veredler Xenatec. „Es sieht nicht gut aus“, sagt ein Sprecher des Stuttgarter Insolvenzverwalters Holger Blümle. Zwar habe man zuletzt rund 30 potenzielle Investoren durch die Weinsberger Firma geführt, die ein „vages Interesse“ gezeigt hätten. „Letztlich stehen wir aber mit leeren Händen da“, sagte der Sprecher auf Stimme-Anfrage.

Kündigungen

Die Konsequenz: Blümle hat den verbliebenen 21 der einstmals 68 Beschäftigten des Sonderfahrzeugbauers nun gekündigt. Zuvor habe er schon sehr viele Aufhebungsverträge unterschrieben – für den Rechtsanwalt ein Indiz für die gute Qualifikation der Mitarbeiter.

Ob es für den Rest eine Transferlösung geben wird, steht noch nicht fest. Sollte sich bis Ende November kein ernsthafter Investor für Xenatec finden, droht der Firma die Abwicklung.

Der Insolvenzverwalter hofft zumindest darauf, dass sich für die drei halbfertigen Maybach-Coupés, die in Weinsberg gerade fertig gebaut werden, ein Käufer findet. Der Preis für den veredelten Daimler-Luxusschlitten liegt bei mehr als 800.000 Euro.

Managementfehler

Wie berichtet wollte sich Xenatec als exklusiver Autobauer einen Namen machen. Das Unternehmen, das 2009 aus einer Abspaltung des Heilbronner Automobilzulieferers Thyssen-Krupp-Drauz-Nothelfer gegründet wurde, hatte sich neben dem Maybach-Coupé auf den Bau von gepanzerten Limousinen für Staatsmänner und Prominente spezialisiert. Hohe Produktionskosten und Managementfehler führten die Firma jedoch in die Insolvenz.