Südwestdeutsche Salzwerke mit Rekordergebnis

Heilbronn - Dank des strengen Winters herrscht bei der Südwestdeutschen Salzwerke AG (SWS) eitel Sonnenschein. Bei seiner letzten Bilanzpressekonferenz konnte Vorstandschef Ekkehard Schneider am Freitag in Heilbronn mit beeindruckenden Zahlen aufwarten: Umsatz, Gewinn und Dividende sind im Jahr 2010 auf Rekordwerte gestiegen. Der Ausblick fiel dagegen zurückhaltend aus.

Vor allem die hohe Nachfrage nach Auftausalz brachte den Salzwerken einen deutlichen Umsatzschub. 347 Millionen Euro setzte der Konzern 2010 um, das ist ein Plus von 23,1 Prozent. Doch auch die anziehende Konjunktur hat den Heilbronnern geholfen. "Die Nachfrage nach Industriesalz hat stark angezogen", sagte Schneider.

Ausschüttung

Den Gewinn hat das Unternehmen, das je knapp zur Hälfte der Stadt Heilbronn und dem Land Baden-Württemberg gehört, sogar fast verdoppelt. Knapp 36 Millionen Euro beträgt der Überschuss, im Vorjahr, das Schneider ganz schwäbisch als "auch nicht so schlecht" bezeichnete, waren es 19 Millionen. Die Eigentümer dürfen sich somit auf eine üppige Dividende freuen: Der Hauptversammlung am 1. Juli wird der Vorstand vorschlagen, eine Dividende in Höhe von 50 Cent pro Aktie sowie einen Bonus von 25 Cent je Aktie auszuschütten. Das ergibt eine Gesamtsumme von 7,9 Millionen Euro.

Den Löwenanteil zum Umsatz steuert mit 302,7 Millionen Euro weiterhin das Segment Salz bei. Während es beim Auftausalz und beim Industriesalz extrem gut lief, entwickelte sich das Geschäft mit Speisesalz "zufriedenstellend". Hier ist die SWS mit der Marke Bad Reichenhaller Marktführer in Deutschland. "Unser Marktanteil liegt stabil bei 70 Prozent", sagte Vorstandsmitglied Hans-Joachim Voss.

Im Geschäftsfeld Entsorgung legte die SWS um 3,6 Prozent auf 35,9 Millionen Euro zu. In der Heilbronner Untertagedeponie wurde 2010 weniger Müll eingelagert, im Versatzbergwerk Bad Friedrichshall-Kochendorf gab es einen Anstieg der Einlagerungsmenge. In den sonstigen Segmenten, zu denen auch die Tochter Reederei Schwaben und die Tourismusaktivitäten gehören, stieg der Umsatz von 8,3 auf 8,6 Millionen Euro.

Sorgen bereiten den Salzwerken die steigenden Energiepreise. Auf nahezu 25 Millionen Euro beziffert der Konzernchef die Energiekosten im vergangenen Jahr. Obwohl die benötigte Energiemenge nur um vier Prozent gestiegen sei, hätten die Kosten um 23 Prozent zugelegt.

Auch deshalb fällt der Ausblick des Vorstands zurückhaltend aus. Schneider erwartet einen Umsatz von unter 300 Millionen Euro, auch der Gewinn werde "deutlich unter dem des Rekordjahres 2010 liegen".

Rücklagen

Recht entspannt sieht der Vorstand den Schadensersatzforderungen von Kunden entgegen, die gerade vom Regierungspräsidium Stuttgart geprüft werden. Neun Millionen Euro hat die SWS dafür vorsorglich als Rücklagen gebildet und sieht sich damit auf der sicheren Seite. Das Gutachten soll bis spätestens Ende Juni vorliegen.




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