Ruhe vor dem Sturm bei Läpple (26.08.2010)

Von Werner Tewes


Heilbronn - Bei der Läpple AG kommt heute um 14 Uhr die Hauptversammlung zur entscheidenden Sitzung zusammen. Laut Tagesordnung sollen die Aktionäre des Heilbronner Familienunternehmens darüber abstimmen, welches Sanierungskonzept umgesetzt wird.

Zur Auswahl steht zum einen der Plan des Vorstands, der unter anderem den Verkauf des Werkzeugbaus und einer internen Dienstleistungsgesellschaft mit zusammen noch etwa 400 Arbeitsplätzen vorsieht. Zum anderen liegt das Konzept des Betriebsrats vor: Die Arbeitnehmervertreter wollen die Sparten Werkzeugbau, Anlagenbau sowie Blechteilefertigung unter einem Dach in Heilbronn halten.

Nichtöffentliche Sitzung

Zu welcher Lösung die Eigentümer tendieren, ist unklar. Nur wenig dringt momentan nach außen. Die Hauptversammlung selber ist nichtöffentlich und findet am Hauptsitz des Unternehmens in Heilbronn statt. Laut informierten Kreisen haben sowohl der Vorstand als auch der Betriebsrat bis zuletzt mit Hochdruck am Feinschliff ihrer Konzepte gearbeitet. Gestern hätten beide Parteien noch bis spät am Abend in ihren Büros gesessen, heißt es.

Unternehmensnahe Krise berichten unterdessen, dass der Vorstand die Seriosität der Angebote für das Betriebsratskonzept anzweifelt und dies der Hauptversammlung auch deutlich machen möchte. Betriebsratschef Valentin Luschenz hat hingegen versichert, dass alle drei möglichen Investoren „absolut seriös und finanzkräftig“ seien.

Luschenz hatte zuletzt auch betont, dass mit der Umsetzung des Betriebsratskonzepts sogar neue Geschäftsfelder erschlossen werden könnten und der nötige Personalabbau geringer ausfallen würde als ursprünglich gedacht. Durch den Rücktritt ihrer Vertreter aus dem Aufsichtsrat im Frühjahr ist die Arbeitnehmerseite allerdings nicht bei der Hauptversammlung präsent.




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