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Magna-Werk vor dem Aus (08.02.2010)
Von Werner Tewes
Zaberfeld - Das Aus für das Magna-Werk in Zaberfeld rückt immer näher: Der vom Betriebsrat eingesetzte Wirtschaftsprüfer ist zu dem Ergebnis gekommen, dass der Standort in seiner jetzigen Form nicht überlebensfähig ist. In einer Betriebsversammlung am Montagnachmittag wurde den Beschäftigten die Nachricht mitgeteilt.
Dass der Standort in Schieflage geraten ist, sei vor allem ein Resultat "struktureller Probleme", hieß es. Genannt wurde unter anderem die einseitige Ausrichtung des Werks auf ein einziges Produkt.
In Zaberfeld werden ausschließlich Sonnenblenden für Automobile der Premium- und Luxusklasse hergestellt. Andere Produktbereiche hatte der österreichisch-kanadische Magnakonzern in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt ausgelagert oder veräußert. In den vergangenen Wochen immer wieder Stimmen laut geworden, wonach Managementfehler im Zabergäu begangen worden seien.
Die für das Magna-Werk zuständige IG BCE aus Kornwestheim hält sich mit Schuldzuweisungen derzeit allerdings zurück. "Wir müssen den Blick nach vorne richten", so Gewerkschaftssekretär Wendelin Schmidt. Die IG BCE fordert vom Management des österreichisch-kanadischen Unternehmens zu prüfen, ob zumindest Teilbereiche des Werks im Zabergäu gehalten werden können. Für die Produktion gibt es laut informierten Kreisen jedoch wenig Hoffnung.
Die Gewerkschaft hofft aber, dass Teile der Verwaltung und des Vertriebs dem Zabergäu erhalten bleiben. Magna selbst wollte sich auf Anfrage nicht weiter zu den neuesten Entwicklungen äußern. In unternehmensnahen Kreisen ist allerdings schon länger zu hören, dass das Management keine Alternative zur Schließung sieht und der Betrieb in den nächsten Monaten abgewickelt werden soll.
Die Verhandlungen um einen Sozialplan und Interessenausgleich sollen "zeitnah" beginnen, so das einzige offizielle Statement des Unternehmens. Aktuell beschäftigt der Autozulieferer noch rund 220 Mitarbeiter in Zaberfeld. wet
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