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Lidl-Berater setzt auf offene Überwachung (04.04.2008)
Neckarsulm - Der frühere Bundesdatenschutzbeauftragte und jetzige Lidl-Berater Joachim Jacob geht in die Offensive. Gemeinsam mit dem Unternehmen werde er ein neues Konzept zur Videoüberwachung in den Filialen entwickeln. „Wenn man Videoüberwachung macht, muss das klar erkennbar sein. Das müssen die Mitarbeiter und die Kunden wissen“, sagt Jacob. So würden die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen geschützt. Zudem hätten sichtbare Kameras eine abschreckende Wirkung. Jacob kündigte an, zunächst eine Bestandsaufnahme bei dem Neckarsulmer Unternehmen zu machen. Er werde prüfen, wie und in welchem Umfang Daten über Mitarbeiter erhoben und verarbeitet worden seien.
Einen Verzicht auf Videoüberwachung hat Lidl derweil ausgeschlossen: „Sie ist unentbehrlich, um Diebstähle und Raubüberfälle zu verhindern.“ Lidl-Sprecherin Gertrud Bott betont, dass es schon bisher Hinweisschilder gegeben habe: „Wenn eine Videoüberwachung stattgefunden hat, dann haben wir auch in der Vergangenheit schon darauf hingewiesen – mit einem Aufkleber am Eingang zur Filiale.“
Für den heutigen Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar ist die Überwachung von Beschäftigten bei Lidl, Edeka und Plus kein Einzelfall. „Wir haben es mit der Spitze eines Eisbergs zu tun.“ Schaar verwies auf die Überwachung der Computer am Arbeitsplatz und auf das Internet. „Die neuen Überwachungsmöglichkeiten reizen manchen, die Arbeitnehmer zu überwachen.“ Er forderte erneut Regelungen zum Datenschutz für Arbeitnehmer. dpa/mfd
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