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Läpple-Betriebsrat kämpft für sein Konzept (30.07.2010)
Von Manfred Stockburger

Bei einer emotionsgeladenen Pressekonferenz im Betriebsrats-Besprechungszimmer oberhalb der Werkzeugbauhalle des traditionsreichen Automobilzulieferers liest er zwei Briefe von Investoren vor, die nicht nur ihr „großes Interesse und die feste Absicht“ an einem Einstieg bekunden, sondern auch bereit wären, die Arbeitnehmer mit 20 bis 30 Prozent am Unternehmen zu beteiligen. „Wir sind der festen Überzeugung, dass das Konzept des Betriebsrats dem Unternehmen sehr viel mehr nützt als alle anderen Alternativen“, sagt Luschenz (Foto: Archiv/Fritze). Am Geld – ins Unreine beziffert er die benötigte Summe mit 80 oder 100 Millionen – werde das Konzept nicht scheitern. „Ich weiß, dass der Investor zu 100 Prozent zu uns steht.“
Hauptversammlung
Mitte August sollen die finanzkräftigen Partner den Vorstand treffen, um ihre Vorstellungen zu erläutern. Allerdings ist die entscheidende Hauptversammlung, bei der über die Zukunft entschieden werden soll, bereits auf den 26. August festgelegt. Um Zeit zu gewinnen, setzt Luschenz jetzt alle Hebel in Bewegung – vornehmlich ist das die Heilbronner SPD mit dem Vorsitzenden Rainer Hinderer, Stadträten und den Abgeordneten Josip Juratovic und Reinhold Gall.
Der vom Vorstand favorisierte Verkauf der Werkzeugbausparte an einen Unternehmer aus Portugal sei die „Einleitung zur Zerschlagung des Läpple-Standorts Heilbronn“, so Luschenz. Wie berichtet hat das Unternehmen einen Kaufvertrag abgeschlossen, dem Banken und Eigner allerdings noch zustimmen müssen. Der Betriebsrat verweist auch darauf, dass bis Ende 2011 ein Kündigungsschutz vereinbart sei, und dass auch ein neuer Eigentümer nicht ohne Zustimmung des Betriebsrats Stellen abbauen könne.
Für die neue „Systempartner Läpple Heilbronn GmbH“, wie sie dem Betriebsratschef vorschwebt, verspricht Luschenz „straffe Strukturen“ und eine Firma, die von zwei Geschäftsführen geführt werden soll. Die neue Läpple wolle sich auf kleinere Projekte wie Türen und Heckklappen konzentrieren. An Aufträge will er auch über IG-Metall-Beziehungen herankommen. Sein Konzept sieht ebenfalls einen Personalabbau vor, die Betroffenen will er in der bereits bestehenden Personaldienstleistungsfirma auffangen.
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