IHK segnet Metzger-Kredit nachträglich ab

Von Manfred Stockburger

IHK segnet Metzger-Kredit nachträglich ab

Mit verbalen Attacken und einem knappen Dutzend Gegenstimmen davongekommen: IHK-Hauptgeschäftsführer Metzger (r.) und Präsident Philippiak. Foto: Sawatzki


Heilbronn - Die Vollversammlung der IHK Heilbronn-Franken hat den 100.000-Euro-Kredit, den die Kammer ihrem Hauptgeschäftsführer Heinrich Metzger im vergangenen Jahr ohne den notwendigen Planansatz im Etat ausbezahlt hatte, nachträglich genehmigt. Etwa 15 der rund 40 Mitglieder stimmten dagegen oder enthielten sich.

Präsident Thomas Philippiak betont eingangs, dass Heinrich Metzger keinen wirtschaftlichen Vorteil gehabt und die Kammer keinen Schaden erlitten habe. „Wir haben nicht grob fahrlässig oder schuldhaft gehandelt. Ich muss aber eingestehen, dass ich die emotionale Tragweite nicht erkannt habe.“ Künftig solle die Vergabe von Arbeitnehmerdarlehen klar geregelt werden. Das Präsidium bedaure sehr, dass der Fall zu solchen Diskussionen geführt habe. Aber, so Philippiak: „Ich glaube, dass man den Lernprozess nicht übersehen kann.“

Vor der Abstimmung gab es eine ausgedehnte Diskussion. Friedbert Schäfer vom gleichnamigen Versicherungskontor in Heilbronn verglich den Metzger-Kredit mit dem Erste-Klasse-Flug, den Verdi-Chef Frank Bsirske als Lufthansaaufsichtsrat in Anspruch genommen hatte. „Auch das war rechtens.“ Er forderte - vergeblich - eine Entschuldigung Metzgers an alle Mitglieder. Ingeborg Wenzel vom Heilbronner Personaldienstleister Wenzel Partner nannte die Höhe des Kredits „nicht üblich“.

Mustang-Chef Heiner Sefranek erklärte, dass die Sensibilität der Öffentlichkeit bei solchen Themen gestiegen sei. „Das hätte man berücksichtigen müssen.“ Ehrhard Steffen von der Bausparkasse Schwäbisch Hall schlug vor, dass die Darlehen künftig der Einwilligung der Vollversammlung bedürfen sollten. Für eine Neuregelung sprach sich auch Kassenprüfer Jörg Kenngott aus.

Audi-Werksleiter Jürgen Lunemann nannte die Vergabe des Kredits „unglücklich“ - wenngleich er sie für rechtens hielt. „Man hat die emotionale Tragweite nicht erkannt.“ Bechtle-Vorstandschef Ralf Klenk wies darauf hin, „dass man beim Hauptgeschäftsführer dreimal sorgfältig abwägen muss“.

Klaus Böltz von Klenk in Oberrot sagte, dass die IHK ihrem eigenen Anspruch nicht gerecht werde, wenn sie sich auf formale Kriterien zurückziehe. „Etwas Selbstkritik wäre angebracht.“ Petra Jouaux aus Grünsfeld merkte an, dass Metzger oft Fingerspitzengefühl vermissen lasse. „Es ist Ihre Aufgabe, Herr Philippiak, ihn darauf aufmerksam zu machen, wenn das so ist.“

Und Metzger selbst? Der Hauptgeschäftsführer hielt sich im Hintergrund. An einer Stelle meldete er sich doch zu Wort: Er wolle die Verantwortung nicht abschieben, sagte er, „aber ich bin von keinem Mitarbeiter auf die Problematik hingewiesen worden“.





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