Ehemaliges Läpple-Werk Züttlingen schafft die Wende (07.04.2010)

Von Werner Tewes

 Bildergalerie: Formenbau Züttlingen
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Möckmühl - Viel ist nicht von Läpple übrig geblieben: ein paar Kugelschreiber mit dem Schriftzug des Heilbronner Automobilzulieferers, ein Wandkalender im Besprechungsraum. Das war’s auch schon. Das Logo an der Außenfassade hat man bereits entfernt. Noch ist das neue zwar nicht angebracht: Formenbau Züttlingen. „Bald ist es aber soweit“, sagt Manfred Bieber, Geschäftsführer der neuen Formenbaufirma. Ein neuer Wind weht schon jetzt durch die Fabrikhallen. Das ist deutlich zu spüren.

Aufträge

Es herrscht Aufbruchstimmung in Züttlingen. Vier Monate, nachdem Läpple das Werk an den portugiesischen Unternehmer Mario da Silva verkauft hat, und zwei Monate, nachdem in Züttlingen 39 von 97 Stellen abgebaut wurden, hat sich die Lage merklich entspannt. Im ersten Quartal 2010 haben die Züttlinger einen Auftragsbestand von sechs Millionen Euro verbuchen können. Bieber und sein Kollege Martin Urbon rechnen für das Gesamtjahr mit einem Umsatz von 25 Millionen, für 2011 von 30 Millionen Euro. Werte, die unter Läpple nie erreicht wurden. 2009 lagen die Erlöse in Züttlingen bei rund 20 Millionen, 2008 bei 24 Millionen Euro.

Das Projektmanagement ist bereits jetzt voll ausgelastet, die Fertigung wird laut Management mit einer zeitlichen Verzögerung von etwa drei Monaten von den neuen Aufträgen profitieren. Dann könnten auch die abgebauten Mitarbeiter, die in der bei Läpple angehängten Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft untergekommen sind, in Züttlingen wieder zum Einsatz kommen, sagt Urbon.

Die Abläufe und Strukturen haben sich freilich im Vergleich zur Vergangenheit klar geändert. Der Formenbau in Züttlingen akquiriert die Aufträge zwar weiterhin, die Konstruktion und Montage der Formenbauwerkzeuge und -teile erledigen jedoch Partnerfirmen in da Silvas Heimatland Portugal. „Dadurch können wir kostengünstiger produzieren und sind wieder wettbewerbsfähig“, begründet Urbon.

In Züttlingen selber wird die Endabfertigung erledigt, ebenso der Service und Feineinstellungen. Lediglich Kleinserien – wie etwa Stoßfänger und spezielle Werkzeuge für Hersteller wie Daimler, Porsche oder Bentley – werden noch komplett im Unterland produziert.

Anderer Wind

Doch es sind nicht nur die Strukturen, sondern auch die Mentalitäten, die sich in Züttlingen gewandelt haben. Das beginnt bei Äußerlichkeiten: Nur noch zu offiziellen Anlässen tritt die Geschäftsführung mit Anzug und Krawatte auf. Die Arbeitsweise hat sich dem angepasst: Urbon und Bieber sagen, dass „flache Hierarchien“ Einzug erhalten haben.

Zudem, so betonen die beiden Geschäftsführer, stehe der Kunde viel mehr im Mittelpunkt als zuvor. Zuverlässigkeit und Termintreue hat sich der neue Formenbau auf die Fahnen geschrieben. „Dadurch haben wir so manche Kunden zurückgewinnen können, die Läpple verloren hatte“, sagt Bieber.





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