Betriebsrat von Läpple folgt Vorstand nicht

Von Werner Tewes

Heilbronn - Die Zeichen bei der Läpple AG stehen auf Sturm. Der Streit darum, ob die aktuellen Betriebsratsmitglieder bis Ende des Jahres ein Übergangsmandat erhalten oder nicht, geht vor das Arbeitsgericht Heilbronn. Zwar war ursprünglich der 20. Oktober als Verhandlungstermin angesetzt, am Mittwoch einigten sich beide Seiten jedoch auf ein Eilverfahren. Insider rechnen damit, dass bis Mitte nächster Woche ein Ergebnis feststeht.

Widerstand


Anders als vom Vorstand verlangt, hat das Betriebsratsgremium des Autozulieferers bis Mittwoch keinen neuen Vorsitzenden und auch keinen neuen Stellvertreter ernannt. Eine vom Management gesetzte Frist ließen die Arbeitnehmervertreter ungenutzt verstreichen. Valentin Luschenz (Foto: HSt-Archiv) betonte zudem, dass man nicht vorhabe, der Aufforderung der Konzernführung Folge zu leisten: "Wir sehen das Gesetz auf unserer Seite und werden für eine Übergangszeit weiterhin die Interessen der Belegschaft der Firma Läpple vertreten", so der amtierende Betriebsratschef. Obwohl Luschenz sowie acht weitere Mitglieder des 13-köpfigen Betriebsrats dem verkauften Werkzeugbau angehören und damit nicht mehr in der Läpple-Gruppe beschäftigt sind, ist der Betriebsratschef zu mehreren Arbeitsgerichtsterminen des Unternehmens eingeladen worden.

Vorentscheidung bei Läpple So wurde am späten Mittwochnachmittag über die angekündigte Verlagerung des Produktions- und Anlagenbaus von Heilbronn zur Fibro-Gruppe nach Haßmersheim verhandelt. In den nächsten Wochen geht es um die Umstrukturierung der Blechteilfertigung in Heilbronn. Der Grund für die Einladung des Betriebsrats ist, dass sich der Vorstand in Fragen der betrieblichen Änderungen mit den Arbeitnehmervertretern zusammensetzen muss.

Frühzeitig


Dass Valentin Luschenz nun die Belegschaftsinteressen vor Gericht vertreten soll, obwohl er laut Vorstand nicht mehr für die Unternehmensgruppe zuständig ist, erklärt ein Anwalt der Läpple AG damit, dass der Termin schon länger feststand. "Zu dem Zeitpunkt war Herr Luschenz noch der Ansprechpartner", heißt es. "Ob er der Ansprechpartner bleibt, das wird das Gericht entscheiden müssen."

Der Läpple-Betriebsrat und die IG Metall betonen hingegen, dass die aktuelle Situation zeige, wie "dringend" man im Moment einen funktionierenden Betriebsrat benötige. "Der Restrukturierungsprozess ist in vollem Gange", so der Neckarsulmer IG-Metall-Chef Rudolf Luz. "Da braucht es eine vernünftige und ordentliche Mitbestimmung."



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