Betriebsrat der Läpple AG bereit für Gespräche (30.08.2010)

Von Werner Tewes

Heilbronn - Nach konfliktreichen Monaten deutet sich bei Läpple eine erste Annäherung an: Vorstand und Arbeitnehmervertretung sind sich darin einig, dass es beim Heilbronner Automobilzulieferer keine mitbestimmungsfreie Zeit geben wird. Auch während des Restrukturierungsprozesses soll es demnach einen Betriebsrat geben, der die Verhandlungen mit dem Management führt, heißt es von beiden Seiten. Wie das Gremium künftig besetzt ist, ist allerdings noch unklar.

Detailfragen ungeklärt

Die IG Metall fordert ein Übergangsmandat für die derzeitigen Mitglieder. Ein Firmensprecher sagte gegenüber der Heilbronner Stimme hingegen, dass für die zum neuen Werkzeugbau abwandernden Mitglieder Nachrücker in den Betriebsrat rutschen könnten. Das Problem: Der Kern des aktuellen Betriebsrats wie zum Beispiel der Vorsitzende Valentin Luschenz stammt aus dem Werkzeugbau. Diese Unternehmenssparte wird jedoch zum 1. September aus der Läpple-Gruppe herausgelöst und geht in die Hände des portugiesischen Unternehmers Mario Da Silva über. Die entsprechenden Betriebsräte sind dann nicht mehr in der Läpple-Gruppe beschäftigt.

Bei einer außerordentlichen Betriebsversammlung am Montag betonte Luschenz vor rund 400 Mitarbeitern freilich, sich bis zur Neuwahl von Betriebsräten weiterhin „mit vollem Einsatz“ für die Läpple-Belegschaft einsetzen zu wollen. „Wir lassen euch nicht im Stich, sondern sind nach wie vor euer Ansprechpartner“, sagte der Betriebsratschef. „Wo es uns möglich ist, werden wir alles tun, damit auf die Beschäftigten keine Schweinereien zukommen.“

Gleichzeitig kündigte er an, dass die Arbeitnehmervertretung den Beschluss der Hauptversammlung akzeptieren werde. Am Verkauf des Werkzeugbaus gebe es nichts mehr zu rütteln. „Wir müssen jetzt nach vorne schauen“, so Luschenz.

Harte Verhandlungen

Der erste Bevollmächtigte der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm, Rudolf Luz, sagte unterdessen, dass man in den kommenden Wochen und Monaten in den Verhandlungen mit dem Management alles daran setzen werde, das Konzept des Vorstands in Detailfragen „wo es geht, zu korrigieren“. Luz: „Wenn die Aufträge, wie vom Vorstand ja auch eingeräumt, anziehen, macht der geplante Stellenabbau in der angekündigten Größenordnung keinen Sinn.“




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