Komet peilt weiteres Wachstum an

Besigheim  Neue Geschäftsführer weisen Werkzeugspezialisten wichtige Rolle in der Ceratizit-Gruppe zu. Besigheim wird zum Kompetenzzentrum.

Von Jürgen Paul

Komet peilt weiteres Wachstum an

Die gut 700 Mitarbeiter von Komet stellen am Stammsitz in Besigheim Präzisionswerkzeuge zum Bohren, Schneiden und Fräsen her.

Foto: Ceratizit

 

Mit einer neuen Geschäftsführung soll der Besigheimer Präzisionswerkzeughersteller Komet seine Rolle im Mutterkonzern Ceratizit finden. Der Kurs der neuen Eigentümer ist eindeutig: "Wir verfolgen mit voller Power eine Wachstumsstrategie", sagte Claude Sun beim Pressegespräch in Besigheim.

Gemeinsam mit dem Österreicher Gerhard Bailom führt der Franzose nun die Geschicke von Komet. Die bisherigen Geschäftsführer Christof Bönsch und Matthias Heinz haben das Unternehmen verlassen.

Mehr als 800 Beschäftigte

Dem Besigheimer Bohrspezialisten mit aktuell 706 Mitarbeitern am Stammsitz sowie 111 Beschäftigten am Standort Stuttgart weisen die Manager eine wichtige Rolle in der weltweit tätigen Ceratizit-Gruppe zu. Besigheim soll als Produktionswerk mit eigener Forschungs- und Entwicklungsabteilung zum Kompetenzzentrum ausgebaut werden.

Neben Bohrwerkzeugen und Mechatroniklösungen wird gerade weiteres Know-how im Bereich der 3D-Technologie (additive Fertigung) aufgebaut, wie Bailom berichtet. Komet ergänze das Produktportfolio von Ceratizit, einem Spezialisten für Hartstofflösungen für Zerspanung und Verschleißschutz, hervorragend und biete Zugang zu potenziellen neuen Kunden. Vor allem mit den Autoherstellern wollen Bailom und Sun ins Geschäft kommen.

Keine Kündigungen vorgesehen

Zwar werden im Zuge der Integration einige zentrale Funktionen wie Controlling und Finanzen in die Zentrale nach Luxemburg verlegt. Zugleich bekommt Besigheim die Verantwortung für die Informationstechnologie in der gesamten Gruppe. Kündigungen werde es nicht geben, versicherte Bailom.

Komet ist der Ceratizit-Einheit Cutting Tools Europe zugeordnet, die Standorte in Kempten, Balzheim bei Memmingen, Reutte in Österreich und in Bulgarien betreibt. Den Umsatz dieses Geschäftsbereichs mit 2500 Beschäftigten bezifferte Sun auf mehr als 400 Millionen Euro - Komet hat dazu rund 100 Millionen Euro in Europa beigesteuert. Weitere 74 Millionen Euro erwirtschaftete Komet zuletzt mit seinen außereuropäischen Standorten.

Ehrgeizige Ziele gesetzt

Die Ziele der Geschäftsführer sind ehrgeizig: 20 Millionen Euro zusätzliches Wachstum soll der Bereich Cutting Tools Europe pro Jahr erwirtschaften - mit Komet als einem wichtigen Treiber.

Mit der Integration von Komet in die Ceratizit-Gruppe sind Sun und Bailom nach einem guten halben Jahr zufrieden. "Am Anfang gab es Sorgen und Verunsicherung bei den Mitarbeitern", räumt Bailom ein. Das habe sich mittlerweile geändert. "Mir fällt die Begeisterung der Leute hier auf. Die wollen produzieren und etwas bewegen", sagt Sun und spricht von einem Teamgeist, der sich in den zurückliegenden Monaten in der Komet-Belegschaft gebildet habe.