Knorr-Beschäftigte protestieren gegen Job-Verlagerung

Heilbronn  Der Unilever-Konzern will 80 Stellen aus Heilbronn nach Hamburg verlagern. Zur Stunde findet deshalb im Werk eine Protestaktion statt.

Von Manfred Stockburger

Die Schockstarre ist vorbei: Vor zwei Wochen hat der Markenartikelkonzern Unilever angekündigt, dass nach der Entwicklungssparte nun auch das Großverbrauchergeschäft aus Heilbronn wegverlagert werden soll.

Jetzt machen die Heilbronner Belegschaft und die Gewerkschaft NGG mobil gegen die eine „Zitterpartie um die Jobs“ in Heilbronn und das „Unilever-Diktat des Managements zum Hamburg-Umzug“.

Im Anschluss an eine Betriebsversammlung gibt es am Nachmittag eine Protestkundgebung gegen die geplante Verlagerung von 80 Verwaltungsstellen nach Hamburg, die den Standort Heilbronn weiter schwächen würde.

"Kein ‚Job-Roulette‘ und keinen ‚Job-Verschiebebahnhof‘“

Unilever Standort Heilbronn
Über die Zukunft des Knorr-Werks in Heilbronn wird hart verhandelt.  

Beschäftigte in einem wirtschaftlich gesunden Konzern erwarten Sicherheit in Sachen Arbeitsplatz und Arbeitsort – aber kein ‚Job-Roulette‘ und keinen ‚Job-Verschiebebahnhof‘“, sagt Thilo Fischer, der Betriebsratsvorsitzende des Heilbronner Unilever-Standorts. Unilever verliere mehr und mehr den Ruf als verlässlicher Arbeitgeber, zumal in Hamburg, Wien und im Schweizer Thayngen laut NGG ebenfalls Stellen gestrichen werden sollen.

„Hier wird versucht, auf dem Rücken der Beschäftigten Gewinne zu maximieren“, kritisiert die NGG-Bundesvorsitzende  Michaela Rosenberger. „Beim Hochschrauben von Renditezielen ist der Fokus klar: Die Konzernleitung hat Aktionäre, potentielle Investoren und Analysten im Blick. Und auch nur die. Die Interessen der Beschäftigten werden dabei untergebuttert.“

Knorr-Mitarbeiter sollen aus Heilbronn nach Hamburg verlegt werden
Die Unilever-Zentrale in Hamburg. Viele Arbeitsplätze aus Heilbronn sollen dorthin verlegt werden. Foto: Klaus Bärwinkel / CC BY 3.0

Der Verlagerungsplan der Heilbronner Jobs nach Hamburg sei ein „kalt kalkuliert und ein zynisches Spiel“, sagt die Gewerkschjaftschefin. Es sei allen völlig klar, dass sich „die Beschäftigten nicht alle – schon gar nicht inklusive Familien – bereitwillig vom Neckar an die Alster umtopfen“ ließen.  

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