Ehemaliger Audi-Motorenentwickler Hatz in Untersuchungshaft

Neckarsulm/Ingolstadt  In der Diesel-Affäre bei Audi hat die Justiz einen zweiten Mitarbeiter der VW-Tochter in Untersuchungshaft genommen. Mit Wolfgang Hatz ist ein Ex-Audi-Manager und früherer Porsche-Vorstand betroffen.

Von dpa und unserer Redaktion

Oberstaatsanwältin Andrea Grape sagte, der Kreis der Beschuldigten habe sich erweitert. Nach dem früheren Audi-Motorenentwickler P. sei bereits am Mittwoch ein weiterer ehemaliger Audi-Mitarbeiter inhaftiert worden. Es habe auch zwei Durchsuchungen und Beschlagnahmen gegeben. Weiterhin sei aber kein Vorstand oder ehemaliger Vorstand der Audi AG darunter, hieß es. Weitere Angaben machte die Staatsanwaltschaft nicht. 

Nach Informationen der Heilbronner Stimme handelt es sich bei dem Festgenommenen um den ehemaligen Chef der Motorenentwicklung bei Audi Wolfgang Hatz. Von 2001 bis 2007 war Hatz Chef der Motoren-Entwicklung, ab 2007 trug er die Gesamtverantwortung für alle Aggregate des VW-Konzerns.

Von 2011 an war der 1959 geborene Ingenieur Vorstand für technische Entwicklung bei Porsche. Im September 2015 wurde er beurlaubt. Im vergangenen Jahr einigte er sich mit Porsche auf einen Aufhebungsvertrag. Bei einer internen Untersuchung war ihm allerdings kein Fehlverhalten nachgewiesen worden.

Bereits 2016 gab es Vorwürfe gegen Hatz

Die US-Justiz hatte Hatz 2016 als möglichen „Mitverschwörer“ bei Abgasmanipulationen verdächtigt. Er habe Bescheid gewusst oder zumindest darüber hinweggesehen, erklärten die Ermittler in den Vereinigten Staaten.

Seit März ermittelt die für Ingolstadt zuständige Staatsanwaltschaft München II „gegen Unbekannt wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung“ im Zusammenhang mit Dieselmotoren. Bereits seit drei Monaten sitzt der Audi-Motorentwickler Giovanni P. wegen Betrugsverdachts und Fluchtgefahr in München in U-Haft.

Er war von 2006 bis 2015 einer der führenden Motorenentwickler des Unternehmens in Neckarsulm gewesen. Die US-Justiz wirft P. vor, er habe „Audi-Mitarbeiter angewiesen, Software zu entwickeln und einzubauen, mit der die standardmäßigen US-Abgastests getäuscht werden“. Audi hatte P. 2015 beurlaubt und ihm Anfang 2017 fristlos gekündigt. Seine Klage dagegen ist vor dem Arbeitsgericht Heilbronn anhängig. Gut möglich, dass jetzt Hatz von Giovanni P. belastet wird.

 

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