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Tierheim kurz vor dem Zieleinlauf
Von Reto Bosch
Heilbronn - Die Mitglieder des Tierschutzvereins Heilbronn wollen ein neues Tierheim bauen. Bei der Hauptversammlung am Freitagabend stoßen die Pläne des Vorstands auf große Unterstützung, bei fünf Enthaltungen gibt es keine einzige Gegenstimme. Einige Detailfragen sind zwar noch zu klären. Doch nachdem sich Stadt Heilbronn und Landkreiskommunen bereits im Vorfeld auf ein Finanzierungsmodell verständigt hatten, steht dem Neubau nun nichts mehr im Wege.
Vorstand
Knapp 100 Mitglieder und ein Dutzend Hunde haben sich im Haus des Handwerks versammelt. Die Tagesordnung klingt spannend wie selten. Der Vorstand will sich das Mandat holen, alle Schritte für den Neubau einleiten zu dürfen. Die Vorsitzende Silke Anders gibt einen Überblick über den Stand des Verfahrens. Auf einem 1,7 Hektar großen Grundstück in den Böllinger Höfen sollen rund 70 Hunde, 100 Katzen, Kleintiere und Vögel eine neue Unterkunft bekommen.
Mit Blick auf die derzeitigen desolaten Zustände an der Wimpfener Straße bestreitet kaum jemand den Handlungsbedarf. Doch reicht das Geld? "Die finanziellen Mittel für einen Neubau sind gegeben", erklärt Anders den Mitgliedern. Und so sieht ihre Rechnung aus: Die Netto-Baukosten, also nach Abzug der Vorsteuer, beziffert sie auf 3,5 Millionen Euro. Nach Abzug der Zuschüsse von Stadt Heilbronn (1,2 Millionen Euro netto) und Landkreiskommunen (1,3 Millionen Euro netto), bleiben 960 000 Euro. Dazu kommen Ausgaben für die Inneneinrichtung im Wert von 150 000 Euro.
Der Verein verfügt über knapp 500 000 Euro zweckgebundene Spenden, davon 460 000 aus der Stimme-Aktion "Ein Heim für Tiere". Das Land gibt einen Zuschuss von 100 000 Euro. Aus Erbschaften stehen 350 000 Euro zur Verfügung. Die verbleibende Lücke von 170 000 Euro könnte der Tierschutzverein mit freien Mitteln schließen. Erklärtes Ziel ist allerdings, diesen Betrag möglichst stark zu reduzieren. Mit Spenden, durch Hilfsaktionen von Handwerkern und Eigenleistungen. Anders fordert in einigen Punkten Planungssicherheit, etwa in Steuerfragen. Zudem dürften dem Verein keine Mehrkosten aufgebürdet werden, weil das Grundstück zur Wasserschutzzone erklärt worden ist.
Diskussion
Nachfragen gibt es in der Diskussionsrunde, ob verwilderte Hauskatzen Platz finden werden. Anders bejaht. Rüdiger Muth von der Heilbronner Stadtverwaltung erklärt, dass einige Landwirte die Sorge haben, dass Hundekot die Felder verschmutzen könnte. Ein Problem, das zu bewältigen ist. Die Gefahr, dass der Neubau teurer wird, sieht Architekt Michael May nicht. Bereits in einem frühen Planungsstadium seien die Kosten konkretisiert worden. Dann zeigen keine Finger mehr nach oben, alle Frager haben eine Antwort bekommen. Die Tierschützer im Haus des Handwerks sind von Plänen und Finanzierungsmodell überzeugt. Das Abstimmungsergebnis belegt das.
Verträge
Wie geht es jetzt weiter? Der Tierschutzverein und die Kommunen bringen die Verträge zur Unterschriftsreife. Bürgermeister Harry Mergel hält eine Baugenehmigung im September oder Oktober für möglich. Achim Heck, Vorsitzender der Tierheim-Arbeitsgruppe der Landkreis-Bürgermeister, weist darauf hin, dass er das Thema noch einmal in sämtliche Gemeinderäte bringen muss. Grund: Die Städte und Gemeinden erbringen ihren Zuschuss in Form eines Darlehens. Weil die Banken ein Tierheim nicht als Sicherheit akzeptieren, müssen die Gremien kommunalen Bürgschaften zustimmen. Schwierigkeiten erwartet Heck nicht. Kommentar "Hürde genommen"
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