Aktion: Ein Heim für Tiere



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Grundsatzbeschluss für Neubau angestrebt

Von Reto Bosch

Grundsatzbeschluss für Neubau angestrebt
Das Tierheim beherbergt ständig 65 Hunde und 120 Katzen.Foto: Archiv/Veigel 

Region Jetzt - haben die Mitglieder das Wort. Bei der Hauptversammlung des Tierschutzvereins Heilbronn am morgigen Freitagabend soll ein Grundsatzbeschluss den Weg frei machen für den Neubau eines Tierheims in den Böllinger Höfen. In vielen Gesprächen, Verhandlungen und nach mehreren Gutachten konnten viele Fragen beantwortet werden. Läuft alles nach Plan, rechnet der Heilbronner Baubürgermeister Harry Mergel bis zum Herbst mit einer Baugenehmigung.

Chance "Das ist eine Jahrhundertchance für den Tierschutzverein", meint Mergel. Monatelang sei intensiv gearbeitet worden, die strittigen Punkte seien ausgeräumt worden. Achim Heck, treibende Kraft bei den Landkreis-Bürgermeistern, geht davon aus, dass die Vereinsmitglieder am Freitag einen Grundsatzbeschluss fassen. "Das ist das Ziel", bestätigt Vorsitzende Silke Anders.

Das Finanzierungsmodell sieht so aus: Von den Bruttobaukosten von vier Millionen Euro übernehmen die Landkreiskommunen 1,45 Millionen Euro. Die Stadt trägt 1,38 Millionen Euro und stellt das Grundstück zur Verfügung. Der Anteil des Vereins liegt bei 1,17 Millionen Euro. Da noch steuerliche Fragen zu klären sind, könnten die Beträge deutlich kleiner ausfallen. Der Verein verfügt über 500 000 Euro aus zweckgebundenen Spenden, dazu gehören rund 460 000 Euro aus der Stimme-Aktion "Ein Heim für Tiere". Weitere 100 000 Euro fließen als Zuschuss vom Land.

Mehrere Handwerker haben angekündigt, kostenlos ihre Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen. Diese Entlastung wird laut Harry Mergel dem Verein zugerechnet. Solche Arbeitseinsätze "reduzieren ausschließlich den Eigenanteil des Tierschutzvereins", versichert der Sozialbürgermeister. Greifen Mitglieder zu Hammer, Pinsel oder Zange, werden elf Euro pro Stunde zugunsten des Vereins angerechnet. Das Grundstück in den Böllinger Höfen liegt in einem Wasserschutzgebiet mit höherem Schutzstatus als ursprünglich gedacht. Dies erfordert zum Beispiel Versickerungs- und Verdunstungsmulden. Eine Umweltprüfung hat zudem ergeben, dass das Areal im Bereich einer Amphibienwanderstrecke liegt.

Schutz Silke Anders geht davon aus, dass die Schutzanlagen höhere Baukosten verursachen. Die Heilbronner Stadtverwaltung sieht das anders. Harry Mergel: Falls durch die Heraufstufung des Wasserschutzgebiets doch höhere Ausgaben entstehen, werde die Stadt diese übernehmen. "Wir stellen ein baufertiges Grundstück zur Verfügung." Stimmen die Vereinsmitglieder dem Neubau grundsätzlich zu, werden die Verträge unterschriftsreif gemacht. Alle Landkreis-Gemeinderäte müssen sich dann aus formalen Gründen noch einmal mit dem Vertrag befassen.

26.05.2011