Aktion: Ein Heim für Tiere



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Anpacken für das neue Tierheim

Von Reto Bosch

Heilbronn - Noch 2011 sollen die Bauarbeiten für das neue Tierheim in den Böllinger Höfen starten. Einige Firmen haben bereits zugesagt, dem Tierschutzverein mit Material und Arbeitskraft zu helfen. "Wünschenswert wäre, dass wir noch mehr Unterstützung bekommen", sagt Vorsitzende Silke Anders. Denn: Das Engagement der Betriebe und Handwerker hilft den Ehrenamtlichen dabei, ihren Eigenanteil von 1,17 Millionen Euro zu reduzieren.

Interesse

"Wir haben Bedarf vor allem in den klassischen Gewerken", sagt Architekt Michael May, bei dem die planerischen Fäden zusammenlaufen. Das Tierheim wird in konventioneller Bauweise errichtet, mit hohem Rohbauanteil und gemauerten Wänden. "Die Anlage muss sehr robust sein." Gefragt seien Rohbauer, Zimmermänner, Gipser oder Dachdecker. Einige Unternehmen hätten bereits Interesse bekundet. Für den Architekten ist klar, dass kein hilfsbereiter Handwerker abgewiesen werden darf − auch wenn der Koordinationsaufwand groß sein werde.

"Wir verfügen aber über genügend Erfahrung." Alle Arbeiten müssten vertraglich fixiert werden. Schließlich sollen sich beide Seiten auf verbindliche Vereinbarungen berufen können. Denkbar wäre, dass ein Generalunternehmer den Bau zu einem günstigen Preis anbietet und die Hilfswilligen einbindet. Dieser Lösung steht May allerdings skeptisch gegenüber.

Wie sieht die Finanzierung aus? Die Stadt Heilbronn stellt ein Grundstück zur Verfügung und gibt 1,38 Millionen Euro. Die Landkreiskommunen steuern 1,45 Millionen Euro bei. Der Eigenanteil des Tierschutzvereins beträgt brutto 1,17 Millionen Euro. Die Stimme-Spendenaktion brachte knapp 490 000 Euro. Vom Land kommen 100.000 Euro, aus Erbschaften sind 350.000 Euro veranschlagt. Für den Verein stellt der Neubau also eine große Herausforderung dar.

Laut Anders regeln die Verträge mit Stadt Heilbronn und Landkreiskommunen eindeutig, dass der unentgeltliche Einsatz von Handwerkern und Firmen dem Verein zugute kommt und dessen Belastung reduziert. "Spendenbescheinigungen sind möglich."

Würdigung

Silke Anders und ihr Team machen sich bereits Gedanken, wie der Einsatz der Handwerker gewürdigt werden kann. Vorstellbar sei eine Tafel, Gebäudeteile könnten nach engagierten Menschen benannt werden. "Da ist aber noch nichts entschieden." Hermann Christ, Obermeister der Maler- und Lackiererinnung, hat sogar schon jetzt einen Preis erhalten. Weil er sich dafür eingesetzt hat, dass die Maler beim Neubau kräftig mit anpacken werden, hat ihm Paulchens Tierhilfe den Tierschutzpreis 2010 verliehen. Was er mit dem Preisgeld von 2.750 Euro gemacht hat? Er spendete es der Stimme-Aktion.
25.08.2011