Aktion: Ein Heim für Tiere



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1,45 Millionen Euro für Tierheim

Von Reto Bosch

1,45 Millionen Euro für Tierheim
Das Tierheim Heilbronn beherbergt ständig zwischen 60 und 70 Vierbeiner. Gerade das Hundehaus ist in besonders schlechtem Zustand.Foto: Archiv/Kugler 

Region Heilbronn - Einstimmig haben jetzt auch die Bürgermeister der Landkreis-Kommunen ihre Haltung zum Tierheim-Neubau fixiert: Sie wollen sich mit 1,45 Millionen Euro an dem Projekt beteiligen. Das letzte Wort haben allerdings die einzelnen Gemeinderäte. Die Stadt Heilbronn hatte ihre Linie bereits vergangene Woche festgelegt und bietet 1,38 Millionen Euro und ein Grundstück in den Böllinger Höfen. Der Anteil des Tierschutzvereins beträgt demnach knapp 1,17 Millionen Euro. Vorsitzende Silke Anders: "Diese Summe tut uns richtig weh, lässt aber alle Chancen offen, dass wir den Neubau realisieren können."

Beschluss

Kritik übten die Bürgermeister in der gestrigen Sitzung des Gemeindetag-Kreisverbands am Vorgehen der Stadt Heilbronn. Deren Beschluss fordert, dass die Städte und Gemeinden im Landkreis zusammen nicht 1,45, sondern 1,62 Millionen Euro übernehmen sollen, der Vereinsanteil würde dann eine Million Euro betragen. Die Differenz resultiert aus den Einnahmen Heilbronns aus dem Verkauf des Altgrundstücks. Der Vorsitzende des Kreisverbands, Harry Brunnet, erklärt: "Offensichtlich ist man nicht bereit, den Grundstückserlös zusätzlich einfließen zu lassen. Das kann aus Sicht der Landkreiskommunen nicht akzeptiert werden." Für ihn ist es selbstverständlich, dass eine Standortgemeinde ihrem Verein ein Grundstück kostenlos zur Verfügung stellt. "Wir lassen uns nicht vorschreiben, wie wir unseren Anteil finanzieren", sagt dagegen Heilbronns Bürgermeister Harry Mergel.

Streit gibt es zudem in der Bewertung eines Aktenvermerks des städtischen Ordnungsamts vom 18. Mai. Dieser enthält ein Finanzierungsmodell, in dem der Grundstückserlös berücksichtigt ist und der den Landkreis-Anteil auf eben jene 1,45 Millionen Euro beziffert. Harry Brunnet betrachtet diesen Vermerk als "festgehaltenes Verhandlungsergebnis". Harry Mergel sieht das ganz anders: "Das war nur ein Zwischenstand. Es gab nicht den Hauch einer Verbindlichkeit." Der Ittlinger Bürgermeister Achim Heck, Leiter der Arbeitsgruppe Tierheim, sagte: "Wir hatten ein Verhandlungsergebnis, an das sich Heilbronn nicht gehalten hat." Und weiter: "Es macht offenbar wenig Sinn mit der Stadt zu verhandeln, so lange der Oberbürgermeister nicht mit am Tisch sitzt." Das wiederum will Mergel nicht auf sich sitzen lassen. Die Linie, der der Heilbronner Gemeinderat vergangene Woche gefolgt ist, werde einvernehmlich von ihm und OB Helmut Himmelsbach getragen.

Ausstattung

Silke Anders weiß noch nicht, wie der Tierschutzverein seinen Eigenanteil finanzieren soll. Zum Erlös aus der Stimme-Spendenaktion, derzeit knapp 356.000 Euro, kommt ein möglicher Landeszuschuss von maximal 100 000 Euro. Im Raum steht zudem eine Erbschaft, die allerdings noch nicht zugeteilt und genau bezifferbar ist. Im Idealfall könnten laut Anders so etwa drei Viertel der 1,17 Millionen Euro zusammenkommen. "Was nicht vergessen werden darf ist, dass wir ja auch die Ausstattung des Tierheims finanzieren müssen."

28.07.2010