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Neubau des Heilbronner Tierheims in greifbarer Nähe
Von Bärbel Kistner
Heilbronn - Das Ergebnis ist nicht überraschend: Einstimmig beschließt der Heilbronner Gemeinderat in seiner gestrigen Sitzung, einen Tierheimneubau mit zu finanzieren. Vier Millionen Euro kostet das Projekt. Eine Million Euro soll der Tierschutzverein schultern, teils über Spenden, Landeszuschüsse und Erbschaften. Von den verbleibenden drei Millionen Euro trägt die Stadt Heilbronn maximal 46 Prozent, also 1, 38 Millionen Euro.
Von einer "fairen Beteiligung der Stadt" spricht Ordnungsbürgermeister Harry Mergel. Bei dem Prozentsatz habe man sich am durchschnittlichen Fundhundeaufkommen der vergangenen fünf Jahre orientiert. Daraus ergibt sich der entsprechend höhere Finanzierungsanteil der Landkreiskommunen an den Neubaukosten von 54 Prozent. Bleibt der Landkreis darunter, erhöht sich der Anteil für den Tierschutzverein entsprechend.
Am Dienstag steht das Thema auf der Tagesordnung des Gemeindetag-Kreisverbands. Strittig bleibt die Frage, ob der Erlös des derzeitigen Tierheim-Grundstücks in der Wimpfener Straße, das der Stadt Heilbronn gehört, in die Berechnungen einfließt. Der Landkreis geht deshalb für seine Kommunen von einem geringeren Anteil aus.
Lob für Spendenaktion
Seitens der Stadt wird im Gegenzug auf die Überlassung des Grundstück für den Neubau auf den Böllinger Höfen als weiteres Entgegenkommen verwiesen − das Areal an der Franz-Reichle-Straße wird mit 400.000 Euro Verkehrswert veranschlagt.
"Wir sind mit diesem Angebot an Landkreis und Tierschutzverein einen wichtigen Schritt vorangekommen", betont Helga Drauz-Oertel. Die CDU-Stadträtin lobt zudem die Heilbronner-Stimme-Aktion "Ein Heim für Tiere", die bislang rund 355.000 Euro einbringt: "Das Spendenaufkommen ist ein überzeugend klarer Auftrag an uns, zu handeln." Beim Finanzierungsanteil der Stadt sieht Drauz-Oertel "die Schmerzgrenze erreicht". Auch für Rainer Hinderer (SPD) hat erst die Spendenaktion die notwendige Dynamik in den Prozess gebracht. Mit ihrem Beitrag gehe die Stadt an die "Obergrenze des finanziell Machbaren".
"Die Stadt ist ihrer Verantwortung gerecht geworden", sagt Nico Weinmann (FDP). Für Karl-Heinz Kimmerle (Grüne) wurde "schlecht verhandelt", das Grundstück sei eine Gratiszugabe. Alfred Dagenbach (Pro Heilbronn) hätte sich vorstellen können, dass etwa Obereisesheim ein Grundstück stellt. Heiner Dörner (Freie Wähler) appelliert an Handwerker-Unterstützung beim Neubau. Hasso Ehinger (Linke) ist froh über die Lösung.
"Wir biegen in die Zielkurve ein, aber wir sind noch nicht am Ziel", gibt BM Mergel zu bedenken. OB Helmut Himmelsbach sieht die Realisierung "noch ein gutes Stück entfernt", zumal die Finanzierung im nächsten Doppelhaushalt erst untergebracht werden müsse.
23.07.2010
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