Dossier: Stadtbahn Nord


Nach der bestehenden Stadtbahn-Linie 4 von Karlsruhe über Eppingen und Heilbronn nach Öhringen ist die Stadtbahn Nord, die vermutlich einst S7 heißen wird, das zweite große Nahverkehrsprojekt, das die Region Heilbronn gemeinsam schultert. 231 Millionen Euro wird die Linie mit den Endpunkten Sinsheim und Mosbach kosten.

Alle Artikel | Offizielle Infoseite: www.stadtbahn-nord.hn

 

Stadtbahn-Bau belastet Anwohner

Von Kilian Krauth

 

Stadtbahn-Bau belastet Anwohner
Am Sülmertor herrscht viel Verkehr. Wegen der Stadtbahnbaustelle weichen ortskundige Autofahrer von Neckarsulm her oft auf Seitenstraßen aus.Foto: Dennis Mugler 

Heilbronn - Die Stadtbahn-Großbaustelle macht Anwohnern in der Heilbronner Nordstadt zu schaffen. Nicht nur wegen Baulärm und Staub. Wegen geänderter Verkehrsführungen und der Sperrung von Pestalozzistraße und Paulinenstraße weichen ortskundige Autofahrer von Neckarsulm her zunehmend auf Seitenstraßen aus. Vor allem die Achse Burenstraße-Orthstraße dient mehr denn je als Abkürzung zwischen Heilbronn-Nord und Heilbronn-Ost.

Protestnote

Dort klagen die Bürger über den erhöhten Durchgangsverkehr, über schnelle Linienbusse, Lkw und vor allem über teils rücksichtslose Raser, die Fußgänger und Radler gefährden. So berichtet etwa Boris Klawitter über einen Fahrradfahrer, der Mitte September an einem Zebrastreifen von einem Auto angefahren wurde. Klawitter und seine Nachbarn wollen die Dauerbelastung nicht mehr tatenlos hinnehmen.

"So kann das doch nicht mehr weitergehen, das ist ja grauenvoll", sagte sich der Lehrer bereits diesen Sommer. Er setzte ein Schreiben an Stadtverwaltung und Stadträte auf, für das er innerhalb weniger Tage die Unterschriften von über 150 Menschen aus der Nachbarschaft bekam. "Viele waren richtig froh, dass was unternommen wird, und eine ältere Dame ist mir an der Haustüre sogar fast um den Hals gefallen", berichtet Klawitter.

Stadtbahn-Bau belastet Anwohner

In der Protestnote fordern die Bürger zunächst die Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometern/Stunde auf Tempo 30 und damit die Einbindung ihres Quartiers in die längst etablierten Tempo-30-Zonen in der Nordstadt, Zur Überwachung seien Geschwindigkeitskontrollen sinnvoll, am besten ein fest installiertes Blitzgerät.

Nicht zuletzt fürchten die Unterzeichner, dass die Wohn- und Lebensqualität in ihrem gutbürgerlichen und von Familien geprägten Wohngebiet auf Dauer leidet. Unverständlich ist für Alteingesessene, dass ihre Appelle ans Rathaus, die teils bis 1989 und 1993 zurückreichen, heute praktisch verpufft sind.

Bald im Beirat

Nach dem aktuellen Vorstoß kann sich die Bürgerinitiative zumindest über kleine Etappensiege freuen. So gut wie alle angesprochenen Fraktionen des Gemeinderates hätten zugesagt, sich der Sache anzunehmen. Außerdem führt das Ordnungsamt bereits Tempokontrollen durch. Nicht zuletzt teilte Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach inzwischen mit, dass die Burenstraße auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des städtischen Verkehrsbeirates gesetzt wird. Allerdings gibt der OB auch zu bedenken, dass es sich bei der Burenstraße um eine Schwerlaststrecke handelt, auf der der Verkehr nicht ohne Weiteres beschränkt werden kann.