Dossier: Stadtbahn Nord


Nach der bestehenden Stadtbahn-Linie 4 von Karlsruhe über Eppingen und Heilbronn nach Öhringen ist die Stadtbahn Nord, die vermutlich einst S7 heißen wird, das zweite große Nahverkehrsprojekt, das die Region Heilbronn gemeinsam schultert. 231 Millionen Euro wird die Linie mit den Endpunkten Sinsheim und Mosbach kosten.

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Kaiserstraße wird im Sommer saniert

Von unserem Redakteur Kilian Krauth

Kaiserstraße wird im Sommer saniert
Wo sich die Bahnschiene senkt, bricht das Straßenpflaster.Foto: Archiv/Sawatzki 

Heilbronn - Die Innenstadt bekommt eine weitere Großbaustelle. Vom 23. Juli bis 3. September wird zwischen Käthchenhaus und Klosterhof-Kaufhaus auf einem 200 Meter langen Abschnitt das Gleisfeld der Kaiserstraße saniert: die Schienen bekommen ein neues Bett, die teils schwer angeschlagenen Natursteinbeläge werden erneuert. Der Bauausschuss des Gemeinderates gab gestern grünes Licht für die auf netto 1,27 Millionen Euro veranschlagten Kosten, an denen sich die Stadtwerke mit 840 000 Euro beteiligen, den Rest zahlt die Stadt.

Das Zeitfenster für die Bauarbeiten resultiert laut Baubürgermeister Wilfried Hajek aus einer anderen Großbaustelle: Im Abbiegebereich zur Allee werden im Sommer die Weichen für die neue Stadtbahn Nord installiert. Während der Bauarbeiten ist die Kaiserstraße komplett gesperrt. Die Stadtbahn wird zwischen Hauptbahnhof und Trappensee über den Haltepunkt Karlstor ausweichen. Es gibt Ersatzbusse, auch für reguläre Buslinien greifen Umleitungen. Rechtzeitig zum Weindorf soll alles fertig sein.

Flickwerk

Als die Kaiserstraße 1998 umgebaut wurde, habe man sich "aufgrund hoher stadtgestalterische Ansprüche" für Granitsteine entschieden, erklärte Tiefbauamtsleiter Hartmut Sugg. Insgesamt habe sich dies "bewährt". Dass es wegen der Doppelbelastung durch Bahn und Busse zu Schäden kommen würde, sei "von vorneherein klar gewesen". Das Rathaus habe sich damals quer durch die Republik erkundigt, erklärte Sugg auf die kritische Nachfrage von FWV-Stadtrat Heiner Dörner. Mit Blick auf Kaiserstraße und Kiliansplatz hatte Dörner gefragt, "ob wir in Heilbronn denn kein glückliches Händchen mit Pflaster haben?" Schon 2006 musste der westliche Teil der Kaiserstraße saniert werden, zuletzt wurde nur noch mit Asphalt geflickt.

Die Schäden seien vor allem darauf zurückzuführen, dass Schienen und Steine bisher quasi aus einem Guss seien, erklärte Stadtbahn-Projektleiter Andreas Berk. Wenn sich eine Schiene durch starke Belastung und gleichzeitig nachlassenden Unterbau senkt, komme es zu Rissen, Senkungen und Brüchen im Belag. Dies soll künftig besser werden: indem Schienen und Steine zwei getrennte Systeme bilden.

Kiliansturm

Was denn von der These zu halten sei, dass der Steinschlag am Kiliansturm im Vorjahr auf Erschütterungen durch die Stadtbahn zurückzuführen sei, wollte Gottfried Friz (FDP) wissen. "Dies ist nicht der Fall", betonte Hajek, denn die Gleisfelder seien gegenüber dem Umfeld gleich zweifach gedämpft.