Dossier: Stadtbahn Nord
Nach der bestehenden Stadtbahn-Linie 4 von Karlsruhe über Eppingen und Heilbronn nach Öhringen ist die Stadtbahn Nord, die vermutlich einst S7 heißen wird, das zweite große Nahverkehrsprojekt, das die Region Heilbronn gemeinsam schultert. 231 Millionen Euro wird die Linie mit den Endpunkten Sinsheim und Mosbach kosten.
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Kaiserstraße: Räte rügen Verteuerung
Von unserem Redakteur Kilian Krauth
Heilbronn - Zähneknirschend stimmte der Bauausschuss des Heilbronner Gemeinderates am Dienstagabend einer 40-prozentigen Verteuerung der Kaiserstraßen-Sanierung vom Sommer 2012 zu. Wie gestern berichtet, erhöhen sich die Gesamtkosten auf rund 1,9 Millionen Euro, der städtische Anteil um 200.000 Euro auf 712.000 Euro.
Kritik
Nur zwei von 14 Stadträten stimmten nicht zu: Er wolle ja nicht Vergleiche mit Stuttgart 21 oder Berlin bemühen, gab Dr. Joachim Cyran (CDU) zu verstehen, aber für eine Verteuerung in dieser Dimension habe er "kein Verständnis". Angesichts bevorstehender Großbaustellen, "kann man nur auf Besserung hoffen".
Heiner Dörner (FWV) sprach von Planungsfehlern, die dazu geführt hätten, dass allein für den Steintransport 23 000 und für das Aufräumen der Baustelle 31.500 Euro Zusatzkosten angefallen seien: "ein Wahnsinnsbetrag".
Gerd Kempf (SPD) rügte zudem die Nachbestellung von Material für Dehnfugen zu 36 500 Euro, zeigte aber Verständnis für Zusatzleistungen wie etwa mobile Baustellenbrücken für Passanten.
Begründung
Baubürgermeister Wilfried Hajek, der gestern Geburtstag hatte und tatsächlich mit einem Ständchen begrüßt wurde, konnte sich nicht lange über die Gesundheits- und Wohlstandswünsche freuen. Im Prinzip sei die Verteuerung dem Zeitdruck geschuldet. Sinnvollerweise habe man die Sanierung parallel zum Gleiseinbau an der Allee-Abbiegung anberaumt, "wir wollten aber auch rechtzeitig zum Weindorf fertig sein". Deshalb habe die Stadt das Pflaster sicherheitshalber selbst bestellt.
Dies sei wohl auch der Grund, warum sich auf die Ausschreibung hin keine Firma meldete, weshalb er die Arbeiten an die auf der Allee tätige Firma Wolff & Müller vergeben habe. "Die kannte natürlich unsere Situation, aber es hilft nichts, die Rechnungen liegen da, wir müssen sie bezahlen."
Während Gottfried Friz (FDP), der das Geburtstagsständchen angestimmt hatte, zufrieden war, "weil ich eigentlich mit hohen Millionenbeträgen gerechnet hatte", legte Alban Hornung (CDU) den Finger auf die Dauerbaustelle.
Stadtbahn-Projektleiter Andreas Berk räumte ein, dass nun auch ein 50 Meter langes Teilstück unterhalb der Allee sanierungsreif sei. Erfahrungen aus anderen Städten hätten allerdings gezeigt, dass dies nach 15 Jahren normal sei, zumal neben der Bahn rund 500 täglich das Pflaster belasten.
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