Radwege in Heilbronn



Übersicht
  |  Radverkehrsplan der Stadt Heilbronn

 

Heilbronn will fahrradfreundlich werden

Von Kilian Krauth

Heilbronn will fahrradfreundlich werden

"Es gehen damit eine touristische Aufwertung und die Verbesserung des Renommees einher."

Aus einem Gemeinderatspapier

 

Heilbronn - Bisher galt die Stadt Heilbronn nicht gerade als besonders radlerfreundlich. Nun tritt das Rathaus in die Pedale. Am Donnerstag schlägt die Verwaltung dem Gemeinderat vor, Mitglied in der neuen "Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg" (AGFK-BW) zu werden. Ziel dieser von der Landesregierung gestarteten Initiative ist es, bundesweit "Fahrradland Nr.1" zu werden.

Auf dem Weg dorthin wurde im Innenministerium bereits ein Fahrradmanager bestellt, der eng mit der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg zusammenarbeitet. Auf kommunaler Ebene haben sich vor genau einem Jahr 14 Städte und drei Landkreise zu einem Gründungskreis zusammengeschlossen, um gemeinsam an einem Netzwerk zu stricken.

Im April soll der AGFK-BW nun offiziell aus der Taufe gehoben werden. Dieser will übrigens das bereits bestehende Landesbündnis ProRad keinesfalls ausbremsen, heißt es seitens der Landesregierung. Vielmehr will das Land den neuen Zusammenschluss "als zweite tragende Säule" seines Fahrradmanagements verstanden wissen und entsprechend stützen: ideell und finanziell. Ein ähnliches Modell in Nordrhein-Westfalen habe sich bereits bewährt.


Hilfestellung

Arbeitsschwerpunkte sind für die Kommunen der regelmäßige Erfahrungs- und Informationsaustausch, Beratung und Hilfestellung bei Radlerfragen, Synergien, gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit, Förderung innovativer Projekte, vorbildlicher Praxisbeispiele und gemeinsamer Aktionen sowie nicht zuletzt die Interessenvertretung gegenüber Land, Bund, EU.

Als Jahresbeitrag müsste Heilbronn 4000 Euro bezahlen, kleinere Kommunen zahlen je nach Größe 1000, 2000 oder 3000 Euro. Damit der Begriff "fahrradfreundliche Stadt" nicht im luftleeren Raum hängt, kann er an eine Kommune als offizieller Titel verliehen werden. Voraussetzung für ein solches, auch werbewirksames Etikett ist, dass bestimmte Kriterien erfüllt werden, die von einer unabhängigen Kommission beurteilt werden müssen.

Die Stadt fängt nicht bei Null an. Seit April 2008 gibt es einen Radverkehrsplan. Danach soll der Radverkehr "bei allen Konzepten für Verkehr, Umweltschutz, Stadtentwicklung und Raumordnung" berücksichtigt werden. Bei Straßenplanungen soll sogar von einem "gleichwertigen Verkehrsmittel" die Rede sein. Festgeschrieben ist auch ein Bündel von konkreten oder flankierenden Maßnahmen, die spätestens bis 2025 umgesetzt sein sollen. Ziel ist es, den Anteil der Radler am Straßenverkehr bis 2015 von unter zehn auf zwölf Prozent, langfristig auf mindestens 15 Prozent zu erhöhen.

Gleichberechtigt

Letztlich soll das Fahrrad nicht nur als Alternative zu Autos angesehen, sondern als gleichberechtigtes Verkehrsmittel wahrgenommen werden. Voraussetzung für ein fahrradfreundliches Klima sind eine systematische Förderung, eine attraktive Infrastruktur, aber auch das "angemessene Verhalten der Radfahrer im Straßenverkehr", auf das mitunter erzieherisch Einfluss genommen werden soll. Nicht zu vergessen ist eine Öffentlichkeitsarbeit, die zur Bewusstseinsbildung beiträgt.

Im Etat kürzer getreten

Der Haushaltsentwurf der Stadt Heilbronn für die Jahre 2010/11 sah ursprünglich 375.000 Euro für diverse Maßnahmen im Radverkehr vor. Die Summe wurde aber wegen der Finanzknappheit auf je 200.000 Euro gekürzt, das ist so viel oder so wenig, wie seit 2002 jährlich im Etat zur Verfügung stehen. Um den Radverkehrsplan bis 2025 umzusetzen, wären jährlich aber eine halbe Million Euro nötig.

09.03.2010


termine12besenkalenderverkehrspiele

Archivsuche