Radwege in Heilbronn



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Straßenbauamt Heilbronn stellt sich Klagen über schlechte Radwege

Von Andreas Tschürtz

Ein Verkehrsplan schafft noch kein Radlermekka

Heilbronn will durch viele Maßnahmen fahrradfreundlicher werden.

 

Heilbronn - Das Heilbronner Amt für Straßenwesen gibt den Kritikern am Radverkehrsnetz der Stadt in Teilen recht (wir berichteten). „Wir wissen, dass es Schwachstellen gibt. Wenn alles ideal wäre, hätte der Gemeinderat letztes Jahr kein Programm fahrradfreundliche Stadt beschließen müssen“, sagte Amtsleiter Hartmut Sugg am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung. „Zu sagen, die Verhältnisse für Radfahrer sind katastrophal, trifft aber nicht zu. Es bedarf einer differenzierten Betrachtung.“

Kopfsache


Grundsätzlich sieht Sugg die Stadt mit dem 2008 verabschiedeten Radverkehrsplan auf einem guten Weg. Bis 2025 sollen 91 Maßnahmen Lücken schließen, Unfall- und Konfliktpunkte entschärfen sowie die Qualität verbessern. Zudem wird in der Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen der Radverkehr erstmals dem Autoverkehr gleichgestellt. Würden alle Punkte des Programms umgesetzt, lägen die Kosten bei 500.000 Euro pro Jahr.

Solange kein generelles Umdenken in den Köpfen stattfinde, werde es aber keine paradiesischen Zustände für Radler geben, schränkt Sugg zu große Erwartungen ein. „Mit baulichen Maßnahmen alleine ist es nicht getan“, sagt er. Konflikte zwischen Fußgängern, Radfahrern und Autofahrern werde man nur in den Griff bekommen, wenn sie sich als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer akzeptieren, „sonst bleibt immer der andere schuld“.

Suggs Stellvertreter Karl-Heinz Frenzel ergänzt: „In Heilbronn ist der Respekt im Vergleich zu Städten mit einer anderen Radtradition noch mangelhaft. In Freiburg, Heidelberg oder Münster haben Sie die Konflikte nicht, weil sich die Verkehrsteilnehmer aufeinander eingestellt haben.“

Ballast

Auch bei den baulichen Veränderungen macht alter Ballast den Straßenplanern zu schaffen. „Man hatte früher die Philosophie, der Radfahrer soll weg von der Fahrbahn auf die Seitenräume“, sagt Frenzel. Die Folge: die von den HSt-Lesern beklagten Probleme. Heute würde man es anders machen. „Die Forschung hat ergeben: Der Radfahrer ist auf dem Radfahrstreifen am sichersten aufgehoben“, sagt die im Amt für Radangelegenheiten zuständige Janine Schubert. Mit dem Radverkehrsplan „wollen wir die Uneinheitlichkeit, diesen Wechsel von Radfahrstreifen und Seitenraum auf den Haupt-Radfahrachsen beseitigen“.

Ausblick

Wie wird Radfahren in Heilbronn in Zukunft aussehen? „Wir sind nicht in der Lage, alles in zehn Jahren so umzugestalten, wie es heute nach Stand der Wissenschaft sinnvoll ist“, sagt Hartmut Sugg. „Mit dem Wechsel von Radfahrstreifen, gemeinsamer Gehwegnutzung und Nebeneinander von Fußgängern und Radfahrern wird man auf längere Zeit leben müssen.“

Radstraßen wie in Karlsruhe sind für Sugg Zukunftsmusik, solange in Politik und Bevölkerung nicht die Bereitschaft für eine Verlagerung des Verkehrs vom Auto aufs Rad gegeben sei.

Ob alle 91 Maßnahmen bis 2025 umgesetzt werden, steht in den Sternen. Ein Jahr nach Beschluss des Radverkehrsplans hinkt die Umsetzung hinter dem Soll zurück. Jeweils 200.000 Euro standen 2008 und 2009 zur Verfügung. Davon wird dieses Jahr unter anderem der Rathenauplatz umgestaltet. Derzeit läuft die Anmeldephase für den nächsten Doppelhaushalt. „Da wird man sehen, was uns der Gemeinderat gibt“, sagt Sugg. „Wenn wir 200.000 Euro bekommen, brauchen wir bis 2040 oder 2050, bis die Maßnahmen realisiert sind. Die Prioritäten setzt die Politik, wir versuchen, das Beste daraus zu machen.“

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stimme.de-Leser üben Kritik am Heilbronner Radwegenetz


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17.07.2009


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