Radwege in Heilbronn



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Radfahrer wollen in Heilbronn demonstrieren

Von Andreas Tschürtz

Die Raddemo im Oktober ist nicht die erste in Heilbronn. Zuletzt gingen 1988 etwa 100 Radler auf die Straße. 
Heilbronn - Ein breites Bündnis aus Umweltgruppen, Verkehrsverbänden und Politikern will in Heilbronn für ein besseres Radnetz auf die Straße gehen. In einem ersten Treffen einigten sich Vertreter von VCD, ADFC, Naturfreunde, BUND, Nabu, Lokale Agenda 21, Energiewende Heilbronn sowie Grüne, Linke und SPD auf Samstag, 17. Oktober, als Protesttermin.

Zwei Tage zuvor stellt die Verwaltung dem Heilbronner Gemeinderat den neuen Haushalt vor. Mit der Protestradtour sollen die Stadträte an ihr Versprechen erinnert werden, Heilbronn zu einer fahrradfreundlicheren Stadt zu machen. Angesichts der akuten Geldnöte steht die Finanzierung des 2008 verabschiedeten Radverkehrsplans in Frage.

Mitmachen erwünscht

Das Aktionsbündnis ist keine geschlossene Veranstaltung. Vertreter aller Parteien sowie Schulen, Firmen, Vereine, Studenten, Kirchen und auch die Verwaltungsspitze sollen in den kommenden Wochen angesprochen werden, sagt Grünen-Stadtrat Wolf Theilacker. Georg Dukiewicz von den Naturfreunden hält ein überparteiliches Bündnis für wichtig: „Wir wollen aus der Bürgerschaft heraus die Initiative ergreifen, damit die Verwaltung oben handelt.“ Uwe Ahrens vom Arbeitskreis Mobilität der Stadt betont, es gehe nicht darum, die Verwaltung anzugreifen. „Wir wollen positiven Druck ausüben und Alternativen zum bisherigen Weg anbieten.“

1979 und 1988

Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass Bürger dies versuchen. Im Juli 1979 mobilisierte die Initiative „Sicher radeln in Heilbronn“ 1500 Radler. Im Juni 1988 folgten rund 100 Menschen einem Aufruf des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. Klagen und Forderungen von vor 30 und 21 Jahren klingen dabei erstaunlich aktuell: ein zusammenhängendes Gesamtnetz mit direkten Radverbindungen zwischen Innenstadt, Stadtteilen und umliegenden Orten; keine Bürgersteige als Radwege ausweisen, sondern Spuren für Radler auf der Straße anlegen; Mitbenutzung von Busspuren.

2009

Es ist keinesfalls so, dass sich in den Jahren seither nichts getan hätte: Aus elf Kilometern Radweg (1979) sind 180 geworden. In einem guten Dutzend Straßen wurden Radfahr- und Schutzstreifen anstelle von Radwegen eingerichtet. Die Busspuren in der Urban-, Lichtenberg- und Karl-Wüst-Straße wurden für Radler freigegeben. Und die Stadt investierte viel Geld in die Beschilderung. Dennoch stellt der Radverkehrsplan 2008 fest, dass nur die Hälfte der Vorhaben der Radwegeleitpläne von 1981 und 1990 ganz oder wenigstens zum Teil umgesetzt wurden.

Das Aktionsbündnis möchte verhindern, dass es so weitergeht. Darum geht es den Initiatoren nicht nur um mehr Geld im neuen Haushalt. „Wir wollen ein Netzwerk der radfahrenden Bevölkerung aufbauen und eine dauerhafte Lobby schaffen“, sagt SPD-Stadträtin Tanja Sagasser.

Info
Kontakt zum Bündnis per E-Mail: ahrens@hs-heilbronn.de
10.09.2009


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