Radwege in Heilbronn



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Radfahrer bereit für Demo

Von Adrian Hoffmann

Heilbronn - Die Details stehen fest, der Samstag, 17. Oktober, kann kommen. Um fünf vor 12 Uhr wird auf dem Heilbronner Kiliansplatz eine Fahrrad-Demonstration durch die Innenstadt starten. Ein großes Stück der Route führt über die Allee (siehe Grafik unten). Zuvor organisiert das neu gegründete Aktionsbündnis "Radwende" eine Sternfahrt aus den Stadtteilen. Abschluss der Demonstration, an der Umweltverbände, Bürgerinitiativen, Parteien und mittlerweile auch Verdi und DGB beteiligt sind, bildet um 13 Uhr eine Kundgebung auf dem Kiliansplatz. Die Polizei begleitet die Demonstranten auf ihrer Route durch die Innenstadt.

Die Raddemo im Oktober ist nicht die erste in Heilbronn. Zuletzt gingen 1988 etwa 100 Radler auf die Straße.
Wie viele Menschen letztlich zur Demonstration kommen, sei stark vom Wetter abhängig, sagt Uwe Ahrens vom städtischen Arbeitskreis Mobilität. Man erwarte aber mindestens 1000 Teilnehmer. Auf der Kundgebung im Anschluss an die Fahrt gibt es unter anderem einen Markt der Ideen. "Nicht Meckerei, sondern Verbesserungsvorschläge" seien hier gefragt - die "Radwende" will die Ergebnisse der Umfrage an die Stadtverwaltung weiterleiten.

Visionen für die Stadt

Die Ziele des Bündnisses "Radwende" sind hoch gesteckt. Momentan machen Radfahrer acht Prozent des Gesamtverkehrs in Heilbronn aus. "Wir wollen diesen Anteil in einer überschaubaren Zeit verdoppeln", sagt Wolf Theilacker, Sprecher des Bündnisses und Stadtrat der Grünen. "Heilbronn ist bei der Entwicklung des Radverkehrs eine Schnecke, andere Städte sind längst auf der Überholspur." Und bald verliere Heilbronn auch noch den Anschluss. "Oder haben Sie schon mal eine Schnecke rennen sehen?", so Theilacker. Die "Radwende" wolle einen Beitrag dazu leisten, dass Heilbronn lebenswerter werde. "Wir geben den Anwohnern Ruhe zurück, und die Luft zum Atmen", sagt Wolf Theilacker - immerhin sei Heilbronn nach Stuttgart die Stadt in Baden-Württemberg, deren Luft am meisten verschmutzt ist. "Heilbronn braucht Visionen", pflichtet ihm Stefan Brandtner vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club bei.

Die Initiatoren des Bündnisses haben konkrete Vorstellungen davon, was in Heilbronn verändert werden sollte. Etwa die Entzerrung von Fuß- und Radwegen. "Damit sich Fußgänger und Radfahrer nicht in die Quere kommen." Außerdem richtige Fahrradstraßen, wozu laut Theilacker ein "Paradigmenwechsel in der Verkehrspolitik" nötig sei.

Handel gefordert

Ein dritter Punkt: die Öffnung des Lerchenbergtunnels für Radler. Das sei eigentlich die Attraktion für die Stadt und eine große Trumpfkarte. Auch der Handel könnte mehr Anreize für Radler bieten, findet das Bündnis. Etwa ein Belohnungssystem für radelnde Kunden, so wie es Parkkarten-Ermäßigungen für Autofahrer gibt.

Sofern diese Spaß am Radeln haben, sind auch sie zum Mitdemonstrieren aufgerufen. Die Polizei rechnet ab 12 Uhr mit Verkehrsbehinderungen in der Stadt. Straßen werden teilweise für Autos gesperrt.


Hintergrund: Radlerprotest in Heilbronn

Die Demo am Samstag ist vorläufiger Höhepunkt der Diskussion über schlechte Bedingungen für Radler in Heilbronn. Am Anfang stand ein Bericht im Juli in derHSt über Fußgänger in der Wilhelmstraße, die sich über Radler auf dem Gehweg beklagten. Schnell wurde klar: Der Konflikt Radler – Fußgänger ist hausgemacht, weil die Verkehrsführung für Radler verwirrend ist und Radler oft sogar den Gehweg mitbenutzen sollen. Um das zu ändern, gründete sich das Bündnis „Radwende“. Ihm gehören an: ADFC, BUND, DGB, Grüne, Freie Wähler, Lokale Agenda, Nabu, Naturfreunde, Linke, Radtreff, SPD, VCD, Verdi. Bereits 1979 und 1988 protestierten Radler für Verbesserungen. at



Radwende-Flyer als pdf-Download
Dateiname : Fahrraddemo in Heilbronn
Dateigröße : 264,14 KBytes.
Datum : 05.10.2009 16:43
Download : Download NOW!
  
15.10.2009

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