Gutes Radnetz ist möglich
Heilbronn - Die Stadt Heilbronn wird in diesem Jahr weitere Lücken in ihrem Radverkehrsnetz schließen. Rund 200.000 Euro werden für ein gutes Dutzend Maßnahmen investiert. Bis 2025 sollen insgesamt 91 Verbesserungen den Anteil der Radfahrer am Verkehr auf 15 Prozent (2008: acht Prozent) fast verdoppeln. Trotz der hehren Ziele lassen Stimme-Leser an der aktuellen Situation kaum ein gutes Haar.
Mitdiskutieren: Radfahren in Heilbronn – Spaß oder Frust?
Kommentare
4 Kommentare-
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andreas tschuertz
am 22.07.2009 08:30 Uhr
Großer Wurf
Das klingt nach dem ganz großen Wurf: 91 Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrsnetzes in Heilbronn. Dass die hohe Zahl an einzelnen Verbesserungen nicht gleichzusetzen ist mit einem besonders großen Konjunkturprogramm fürs Radfahren, zeigt der Blick nach Karlsruhe. Die Badener begnügen sich mit 20 Eingriffen und sind dennoch ehrgeiziger als Heilbronns Stadtpolitiker. City- und Stadtteilrouten machen das Radeln in Karlsruhe zu wichtigen Zielen der Stadt künftig angenehmer. Mit Fahrradstraßen verschieben sich die Gewichte auf manchen Strecken sogar zu Lasten der Autos.
Und Heilbronn? Sollten 2025 alle Maßnahmen umgesetzt sein, wird sich nichts Grundlegendes am Radfahren in der Stadt verändert haben – Lücken werden geschlossen, Gefahren reduziert, die Qualität der Wege verbessert – aber eine Stadt, in der nicht das Auto das Bild dominiert, wird Heilbronn durch den 135 Seiten dicken Radverkehrsplan nicht werden.
Auf einem anderen Blatt steht, ob man die Verantwortlichen dafür kritisieren kann. Man stelle sich einmal vor, in der Allee würde eine Spur den Radlern vorbehalten – der Aufschrei der Autofahrer schallte bis nach Karlsruhe. So zeugen die ungleichen Pläne in beiden Städten auch von der verschieden ausgeprägten Akzeptanz des Zweirads als Verkehrsmittel. In der Käthchenstadt ist die Rad-Lobby im Gemeinderat überschaubar und die Radlerschaft mit acht Prozent Anteil am Verkehr gerade halb so stark vertreten wie in Karlsruhe. Kein Wunder, wenn man am Neckar kleinere Brötchen als in Baden backt. Bringen die 91 Maßnahmen mehr Menschen aufs Rad und steigern so die Akzeptanz für dieses Verkehrsmittel, ist das schon ein Erfolg. Von einem großen Wurf ist die Autostadt Heilbronn jedoch noch weit entfernt. -
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gmhofmann
(12) am 22.07.2009 14:11 Uhr
Die Schlange beißt sich in den Kopf
These: Es wird in HN so wenig für den Radverkehr getan, weil es eh so wenig Radler/innen gibt, die ihn nutzen.
Es nutzen in HN so wenig Radler/innen das Rad, weil eh nichts für den Radverkehr getan wird.
Das gilt seit mindestens 20 Jahren, es wird Zeit, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.
Und das kann nur die Stadt! -
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hugi
(37) am 22.07.2009 14:43 Uhr
Die paar Maßnahmen bis 2025??
Also wenn ich das über 100 Seite starke Dokument überfliege finde ich viele Entschuldigungen und Begründungen wieso hier und dort kein Platz für ein Radweg existiert. Vielleicht sollte man doch nochmal deutlicher machen das der Radverkehr kein Anhängsel sein sollte, sondern gleichberechtigt. In Zeiten von Klimadiskussion, Feinstaubdebatte und Öl Knappheit vielleicht sogar höherwertig gestellt als der Kraftverkehr.
Ich finde dieser Katalog liest sich wie eine Anleitung wie man nochmehr Stücke Radweg schaffen will. Ein zusammenhängendes vernünftig befahrbares Netz erhällt man so nicht.
Ich finde es absurd den Autos solch eine Priorität einzuräumen, dann über die dadurch entstandenen Probleme zu jammern und am Ende nicht den Mumm zu haben das zu ändern. -
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wowehl
(12) am 22.07.2009 14:57 Uhr
Kein Mumm
Wenn es wirklich Wunsch der Stadt wäre, dass mehr Leute mit dem Rad zur Arbeit fahren, müsste sie Wege schaffen, auf denen Radler schnell und effektiv fahren können. Dazu gehört u. a., dass zwischen allen Stadtteilen mindestens ein direkter und durchgängiger Fahrradweg existiert. Viel zu oft müssen sich nämlich die Radler ihren Weg mit Autofahrern oder Fußgängern teilen. Vereinzelt ist eine Durchfahrt sogar ganz verboten.
Ein zumindest ausreichendes Radwegnetz könnte ohne viel Kosten sofort umgesetzt werden, würde jedoch klar zu Lasten von Autofahrern und Fußgängern gehen.
Da jedoch keiner in der Stadt den Mumm hat, Autofahrern und Fußgängern etwas wegzunehmen – schließlich lebt man auch von ihnen -, wird ohne Zwang von außen (Land, Bund) Heilbronn niemals eine fahrradfreundliche Stadt werden.
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