Radwege in Heilbronn



Übersicht
  |  Radverkehrsplan der Stadt Heilbronn

 

Für besseres Radfahren in Heilbronn

Von Joachim Friedl



Heilbronn - Die Radwende Heilbronn scheint gut in Form zu sein. Entsprechend mutig stellte sie in einem Gespräch mit der Heilbronner Stimme Forderungen an das Rathaus und kündigte mehrere Aufsehen erregende Aktionen an.

„Rad an Rad für mehr Gleichberechtigung im Verkehr“. So lautet das Motto einer Rad-Demonstration am 21. Mai in der Innenstadt. Was an diesem Samstag ab 11 Uhr geplant ist, erläutert Uwe Ahrens von der Radwende:

„Ausgehend vom Kiliansplatz wollen wir zwei Radketten bilden. Eine zum Rathenauplatz, die andere zum Hauptbahnhof. Fünf Minuten vor 12 Uhr wollen wir dann sämtliche Lücken sprich abzweigende Straßen schließen und fünf Minuten mit der Fahrradglocke klingeln.“ Rad an Rad werden für diese Aktion rund 1000 Fahrräder benötigt. „Ich bin gespannt, ob sich so viele Menschen mit ihrem Rad zur Teilnahme aufraffen können“, gibt sich Ahrens neugierig.

Mit dieser Rad-Demo will die Radwende Druck auf die Stadt machen: „Es ist dringend erforderlich, dass endlich ein durchgängiger Radstreifen vom Wollhaus bis zum Rathenauplatz angelegt wird“, benennt Uwe Ahrens ein zentrales Anliegen der Radwende. Er kann sich auf diesem Abschnitt eine Busspur vorstellen, die auch von Fahrradfahrern befahren werden kann.

Forderungen

„Die Bahnhofstraße ist für Radler vermurkst“, findet Ahrens deutliche Worte. Als Lösung schlägt Wolf Theilacker von den Grünen deshalb einen Rad- und Fußweg direkt hinter den Gebäuden der Deutschen Post AG und des städtischen Gesundheitsamtes bis zum Experimenta-Parkhaus vor. Über den Wilhelmskanal, die Hefenweilerinsel und durch die Lohtorstraße kämen Fahrradfahrer schnell und gefahrlos in die Innenstadt und weiter durch die Karlstraße nach Osten.
Stark macht sich die Radwende auch für Radboxen und Schließfächer. Als Standorte werden der Durchgang vom Marktplatz in den Rathaus-Innenhof und am Hauptbahnhof genannt.



„Eine Million Euro pro Jahr für die schnelle Umsetzung des Radwegeplans pro Jahr.“ So lautet eine weitere Forderung der Radwende an die Verwaltung und den Gemeinderat. „Wir sind empört, dass die Einstellung einer benötigten Radwegeplanerin von CDU, SPD, FDP und OB abgelehnt wurde“, ärgert sich Theilacker. Diese Personalstelle wäre „dringend notwendig gewesen“, um die gröbsten Mängel beseitigen zu können. Mit dieser Entscheidung werde der Ausbau des Radwegenetzes und die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes zurückgeworfen.

Brücke fehlt

„Verwundert“ ist man bei der Radwende, dass aus der Bundesgartenschau-Planung die vorgesehene Fußgänger- und Radlerbrücke gestrichen wurde. „Wir werden massiv demonstrieren, wenn diese Verbindung nicht kommt“, kündigt Uwe Ahrens Protest an. Den Planern gibt er die Idee mit: „Bau eines Turms neben dem Hauptbahnhof. Eine Spindel führt nach oben zu einer Brücke, über die Besucher in das Bundesgartenschau-Gelände kommen.“ Ohne diese Brücke müssten Besucher große Umwege in Kauf nehmen: „Da schreckt ein Besuch der Buga eher ab, als dass er einlädt“, findet Ahrens.

Aktionsbündnis

Die Initiative Radwende Heilbronn wird von folgenden Parteien, Institutionen und Gruppierungen unterstützt: ADFC, Verdi, Lokale Agenda, Energiewende, VCD, Radtreff, Nabu, Naturfreunde, SPD, Grüne, FWV und Linke. Hinzu kommt eine ganze Reihe von Privatpersonen. Das Motto der Radwende lautet: Für besseres Radfahren in Heilbronn.



Grüner Ring und die Chance von Elektrofahrrädern

Ein Radweg rund um die Heilbronner Innenstadt im Grünen, das schwebt der Radwende Heilbronn vor. Als Strecke schlägt Radwende-Mitglied und Grünen-Stadtrat Wolf Theilacker folgende Route vor: Von der Firma Illig auf der Trasse der ehemaligen Bottwarbahn, durch das neue Wohngebiet Südbahnhof, unter der Stuttgarter Brücke durch und auf der alten Bahntrasse durch den Lerchenbergtunnel Richtung Pfühlpark, Burenstraße zum Neckar. „Das wäre ein idealer Parcours für Radler, Fußgänger und Skater“, schwärmt Theilacker.

Die von der Verwaltung geäußerten Sicherheitsbedenken beim Lerchenbergtunnel – unübersichtlich und keine Beleuchtung – zerstreut die Radwende: „Es wird niemand gezwungen, durch den Tunnel zu gehen oder zu radeln“, betont Wendesprecher Uwe Ahrens.

Ende April findet in Kooperation mit der Volkshochschule Heilbronn wieder ein E-Bike-Tag statt. „Der Erfolg im vergangenen Jahr hat uns geradezu motiviert, diese Veranstaltung zu wiederholen“, sagt Radwende-Mitglied Wolfgang Olbrich. Die bundesweit wachsende Nachfrage nach Elektrofahrrädern dürfe hinsichtlich einer geeigneten Infrastruktur in Heilbronn nicht verschlafen werden. So gelte es, ein Netz von Stromtankstellen aufzubauen. „Ein Anfang kann mit der Umrüstung der wohl noch nie genutzten Solartankstelle auf dem Käthchenhof-Parkplatz an der Gerberstraße gemacht werden“, empfiehlt der Mediziner am SLK-Gesundbrunnen-Klinikum. 
10.02.2011


termine24besenkalenderverkehrspiele

Archivsuche