Radwege in Heilbronn



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Gutes Radnetz ist möglich

Von Andreas Tschürtz

Vorfahrt für Zweiräder: In Karlsruhe setzt die Stadt ein Radförderkonzept um, das sogar spezielle Fahrradstraßen ausweist. Foto: Stadt Karlsruhe


Heilbronn - Die Stadt Heilbronn wird in diesem Jahr weitere Lücken in ihrem Radverkehrsnetz schließen. Rund 200.000 Euro werden für ein gutes Dutzend Maßnahmen investiert. Bis 2025 sollen insgesamt 91 Verbesserungen den Anteil der Radfahrer am Verkehr auf 15 Prozent (2008: acht Prozent) fast verdoppeln.

Trotz der hehren Ziele lassen Stimme-Leser an der aktuellen Situation kaum ein gutes Haar und die Heilbronner Gruppe vom Allgemeinen Fahrradclub Deutschland (ADFC) vermisst ungeachtet des 2008 beschlossenen Radverkehrsplans ein umfassendes Konzept.

Wie ein großer Wurf aussehen kann, zeigt der Blick nach Karlsruhe: Die Badener haben das Ziel, Süddeutschlands Radlerstadt Nummer eins zu werden. Dabei begnügt man sich dort mit 20 Maßnahmen – die es allerdings in sich haben. „In den 90ern wurde immer weniger fürs Rad und immer mehr fürs Auto getan“, erklärt Stadtsprecherin Helga Riedel. Die Folgen: steigende Unfallzahlen mit Radfahrern, sinkender Radler-Anteil am Straßenverkehr, Abstieg der Geburtsstadt des Laufrad-Erfinders Karl Friedrich Drais ins hintere Drittel beim ADFC-Ranking der Fahrradfreundlichkeit deutscher Städte.

Dass so eine Entwicklung nicht unumkehrbar ist, zeigt sich seit 2005. Damals beschloss der Gemeinderat ein Radförderkonzept, dass bis 2015 umgesetzt werden soll. Zentrale Punkte sind:
  • Mehr Geld: Vorher standen jährlich 400 000 Euro zur Verfügung. Aktuell sind im Haushalt 2009/2010 jeweils 1,3 Millionen Euro eingeplant.

  • Fahrradstraßen: Im Innenstadtbereich wurden drei Straßenabschnitte zu Fahrradstraßen umfunktioniert. In zwei Fällen wurde dem Pkw-Verkehr eine Spur genommen. Hier fahren jetzt nur noch Räder und Busse. In einem Fall dürfen Autos noch die Fahrradstraße nutzen; allerdings gibt der Drahtesel den Ton an: Pkw müssen sich an die Geschwindigkeit von Radlern anpassen. Auf allen Fahrradstraßen dürfen Radler nebeneinander fahren.

  • Cityrouten: Zwei führen den Radverkehr zusammenhängend und zügig um die Innenstadt herum. Gleichzeitig können Radler über die Cityrouten alle Bereiche des Zentrums leicht erreichen. „So holen wir die Radfahrer aus der Fußgängerzone“, sagt Riedel.

  • Stadtteilrouten: Alle wichtigen Stadtteile werden durch Radstrecken mit dem Zentrum verbunden. Dabei wird der Radverkehr gleichberechtigt mit dem Autoverkehr behandelt: So queren Radler Kreuzungen wie Pkw und werden nicht wie so oft zu „Inselhopping“ gezwungen. Die Stadtteilrouten führen an für Radler attraktiven Zielen vorbei, wie Volkshochschule, Uni, Bahnhof, Arbeitsschwerpunkten.

„Wir wissen nicht, ob wir das Konzept tatsächlich bis 2015 realisieren können, aber wir werden alle 20 Punkte umsetzen“, sagt Stadtsprecherin Helga Riedel. Dann soll der Radanteil am Straßenverkehr 23 Prozent ausmachen. „2005 betrug er 16 Prozent.“ Zählungen zeigen, dass Karlsruhe dieses Ziel erreichen kann: Auf der Cityroute Nord verkehrten zuletzt täglich 5000 Radler, früher waren es 3300. Auf der Stadtteilroute von Mühlburg ins Zentrum zählte man 1200 Radler, davor waren es lediglich 800.


Hintergrund: Radverkehrsnetz in Zahlen

2008 wies Heilbronn 180 Kilometer Radverkehrsanlagen aus, 40 Kilometer mehr als 1990. Auf über 32 Kilometern sind Rad- und Fußwege miteinander kombiniert (nebeneinander). Auf etwa 21,5 Kilometern sind sie getrennt (etwa durch Grünstreifen). Auf knapp 15 Kilometern ist der Gehweg für Radfahrer freigegeben. Auf fast zwei Kilometern dürfen Radler in der Fußgängerzone fahren. Die für Radfahrer oft sicherste Verkehrsführung, ein separater Fahrstreifen auf der Straße, gib es auf rund fünf Kilometern. at

>>Weitere Infos zum Karlsruher Radverkehrsnetz auf der Webseite der Stadt.



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21.07.2009

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