Rechtsextremisten hinterließen Spuren der Gewalt
Von unserem Redakteur Reto Bosch
Heilbronn - Welche Rolle spielt die rechtsextreme Szene in der Region Heilbronn? Der Polizei liegen laut Kripo-Chef Volker Rittenauer keine Hinweise auf Gewaltbereitschaft gegen Menschen vor. Neben der NPD, die Rittenauer als nicht allzu stark einstuft, verweist er auf kleine, nicht-strukturierte Gruppen von drei bis fünf Personen. Es gebe "weit unter 50" Aktivisten.
Trotzdem: Auch in der Region haben Rechtsextremisten in den vergangenen Jahren Spuren der Gewalt hinterlassen. Etwa bei einem Brandanschlag auf einen türkischen Supermarkt in Neckarsulm. Ein jüdischer Barbesitzer erhielt in Heilbronn eine Morddrohung. Am 1. Mai versammelten sich Hunderte Neonazis in Heilbronn zu einer Demonstration.
Bei einer Razzia durchsuchte die Polizei auch im Landkreis Heilbronn Wohnungen von Rechtsextremisten. Diese stehen im Verdacht, an der Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie Verstößen gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz beteiligt zu sein. Zudem sollen die Beschuldigten im Raum Backnang eine kriminelle Vereinigung namens "Standarte Württemberg" gegründet haben.
Ziel dieser Gruppierung sei es, Ausländer mit allen Mitteln aus Deutschland zu vertreiben. Hierzu sollen Schusswaffen und andere Waffen beschafft werden. Gefunden wurden bei der Razzia unter anderem eine Pistole und über 100 Schuss Munition.
Wie stark die Rechtsextremisten vernetzt sind, zeigt die Kameradschaft Aktionsgruppe Heilbronn, die im Umfeld der Mai-Demonstration gegründet wurde und Verbindungen zu anderen Gruppierungen unterhält. Verschiedene Quellen belegen, dass zu den Gästen der Gründungsversammlung Philippe Eglin gehörte: ein wegen Rassendiskriminierung verurteilter Mann aus Basel.
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