"Die Hinweise sind vage" (31.10.07)

500 Flyer haben Ermittlungsteams der Soko „Parkplatz“ mit Unterstützung von Kollegen der Polizeidirektion Ludwigsburg am Dienstag in Kornwestheim und Umgebung verteilt. Außerdem haben die Ermittler etwa 50 Plakate an Orten und Gebäuden ausgehängt, die erfahrungsgemäß von vielen Menschen frequentiert werden.

Soko-Leiter Frank Huber erhofft sich durch diese große öffentlichkeitswirksame Befragungsaktion neue Erkenntnisse zur DNA-Spur, die Mitte August bei Gartenhauseinbrüchen in einem Gartengrundstück auf Kornwestheimer Gemarkung  gefunden und vergangene Woche verifiziert sowie mit der DNA-Analysedatei abgeglichen werden konnte.


30 neue Hinweise

Bis jetzt hat die Heilbronner Polizistenmord-Soko 25 bis 30 neue Hinweise aus dem Umfeld der Kleingartenkolonie in Kornwestheim erhalten. Ein Zeuge hat vor einigen Wochen in der Nähe der Anlage am Zazenhausener Grund „eine Gruppierung beobachtet“, berichtet Polizeisprecher Peter Lechner. „Die Hinweise sind aber vage.“

Wie berichtet fanden Spurensicherer nach Hütten-Einbrüchen am 11. August eine DNA-Spur, die identisch mit der des fieberhaft gesuchten Phantom ist. Die mysteriöse Unbekannte hinterließ ihren genetischen Fingerabdruck auch am 25. April am Streifenfahrzeug auf der Heilbronner Theresienwiese, in dem zwei Polizisten in den Kopf geschossen wurde.

Zurzeit werten die Ermittler die Ergebnisse aus, die sie bei Befragungen der Kleingärtner in der 51 Parzellen und 8700 Quadratmeter großen Kornwestheimer Laubenkolonie erhielten. Polizeiintern gleichen die Fahnder außerdem alle bekannten Einbrüche in Gartenkolonien in der Heilbronner Gegend mit ihren Erkenntnissen ab. Aus gutem Grund: Die Serientäterin, die seit 1993 mit zahlreichen Straftaten und drei Morden in Verbindung gebracht wird, hinterließ öfter ihre Spuren in aufgebrochenen Lauben.

Dem Präsident des Bezirksverbandes der Kleingärtner, Ulrich Willinger, ist jedoch keine Gruppe bekannt, die im Stadt- oder Landkreis Heilbronn öfter die Hütten aufbrechen würde. „Einbrüche sind bei uns eher selten“, erklärt er, „da ist kein System erkennbar“, hinter dem eine Bande stecken würde.

100.000 Euro Belohnung

Die Polizei bitten Zeugen, die verdächtige Beobachtungen in Gartenkolonien gemacht haben oder Kleingärtner, die einen Einbruch in ihre Laube noch nicht angezeigt haben, sich unter 07131/104-4444 zu melden. Für Hinweise, die zur Ermittlung und Ergreifung der Täter führen, sind 100.000 Euro ausgelobt.




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