Polizistenmord: Zwei Zeugen bleiben in Haft (22.01.08)

Die Augsburger Staatsanwaltschaft hat gegen zwei Slowaken, die in einem österreichischen Gefängnis sitzen, einen EU-Haftbefehl beantragt und betreibt ihre Auslieferung.

Von Helmut Buchholz

Heilbronn - Die Augsburger Staatsanwaltschaft hat gegen zwei Slowaken, die in einem österreichischen Gefängnis sitzen, einen EU-Haftbefehl beantragt und betreibt ihre Auslieferung. Sie könnten wichtige Zeugen im Heilbronner Polizistenmordfall sein. Die Ermittler hoffen, dass die beiden die unbekannte Serientäterin kennen, deren DNA-Spur am Streifenwagen auf der Theresienwiese gefunden wurde. In dem Wagen wurde die Polizistin Michéle Kiesewetter (22) am 25. April 2007 durch einen Kopfschuss getötet.

Räder gestohlen Die beiden Slowaken hatten in Österreich eine achtmonatige Haftstrafe verbüßt, bevor der Bundespräsident des Nachbarstaates sie begnadigte, wie jetzt die Oberösterreichischen Nachrichten melden. Um zu verhindern, dass die Männer sich dem Zugriff der Fahnder entziehen, regte die Heilbronner Soko den Augsburger EU-Haftbefehl an. Sie sitzen deshalb weiter hinter Gittern. Der Grund: Verdacht auf bandenmäßigem Diebstahl im Mai 2006. Die Slowaken sollen im südlichen Landkreis Augsburg hochwertige Fahrräder im Wert von 20 000 Euro gestohlen haben. Die Augsburger Staatsanwaltschaft geht fest davon aus, dass das Duo ausgeliefert wird. „Dass wir sie auch vernehmen werden, ist sehr wahrscheinlich“, sagt Heilbronns Polizeisprecher Rainer Köller.

DNA-Spur Die Slowaken waren von einem Gericht in Österreich wegen vier Einbrüchen im Juni 2006 verurteilt worden. Die Ermittler stellten nach den Einbrüchen auch ein Fahrzeug sicher. An einer Flasche auf der Rückbank fanden sie DNA-Spuren jener Unbekannten, die auch am Polizistenmord-Tatort in Heilbronn war. Die Einbrecher waren bisher wenig kooperativ und haben bei ihren Vernehmungen die Fahnder kein Stück weitergebracht.


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Am 25. April 2007 gegen 14 Uhr findet ein Radfahrer zwei Polizisten blutüberströmt bei ihrem Streifenwagen auf der Heilbronner Theresienwiese liegend. Es handelt sich um die 22-Jährige Polizeimeisterin Michèle Kiesewetter und ihren 24-jährigen Kollegen. Kieseweter ist tot. Ihr Kollege liegt schwer verletzt daneben.

Etwa vier Jahre später wird der Zwickauer Terrorzelle eine Mordserie zugeordnet, darunter auch der Anschlag in Heilbronn. 2013 beginnt der Prozess gegen Beate Zschäpe, der einzig Überlebenden des Terror-Trios.

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