Weiteren Terror-Verdächtigen festgenommen
Karlsruhe - Der mutmaßliche Helfer der Neonazi-Terroristen, Andre E. aus Sachsen, sitzt in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft wirft dem 32-Jährigen unter anderem vor, ein Propagandavideo für die terroristische Vereinigung nationalsozialistischer Untergrund (NSU) produziert zu haben. „Dieses Machwerk verhöhnt die Opfer der terroristischen Verbrechen der Gruppierung und zeigt ein unfassbares Ausmaß an Menschenverachtung“, sagte Generalbundesanwalt Harald Range am Donnerstag in Karlsruhe.
Andre E. wird zudem der Volksverhetzung und der Beihilfe zur Billigung von Straftaten beschuldigt. Er soll bereits seit 2003 in engem Kontakt mit dem Neonazi-Trio Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe gestanden haben. Der Generalbundesanwalt geht davon aus, dass der Verdächtige 2007 den Propagandafilm produziert hat, mit dem sich die NSU zu den Morden an den neun Kleinunternehmern mit türkischen und griechischen Wurzeln und zum Mordanschlag auf die beiden Heilbronner Polizisten bekannt hat.
Das Polizei-Spezialkommando GSG 9 hatte Andre E. am Donnerstag in Brandenburg im Landkreis Potsdam-Mittelmark festgenommen. Dort wohnt sein Zwillingsbruder, der auch immer wieder zum Kreis der Verdächtigen gezählt wird.
Anwalt: Holger G. wusste nichts von Morden
Der als mutmaßlicher Unterstützer der rechten Terrorzelle verhaftete Niedersachse Holger G. bestreitet jede aktive Beteiligung an rechtsextremen Gewalttaten. Von den Bankrauben und Morden, die der Zwickauer Zelle angelastet werden, habe der 37-Jährige nichts gewusst, sagte sein Anwalt Stefan Hachmeister der Nachrichtenagentur dpa in Hannover.
Bei seiner Vernehmung habe Holger G. lediglich eingeräumt, dem Trio vor Jahren seinen Führerschein sowie kürzlich seinen Reisepass überlassen zu haben. „Er hätte nie gedacht, dass damit diese Straftaten begangen werden.“ Der Anwalt rechnet in Kürze mit einem Haftprüfungstermin.
Der am Sonntag vor einer Woche festgenommene Mann soll dem Trio laut Bundesanwaltschaft 2007 seinen Führerschein und vor etwa vier Monaten seinen Reisepass zur Verfügung gestellt haben. Zudem habe er mehrfach Wohnmobile für die Gruppe angemietet. Gegen ihn erging Haftbefehl wegen der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung.
Wie Anwalt Hachmeister erklärte, ist der 37-Jährige mit dem Trio in den neunziger Jahren in seiner Heimat in Jena befreundet und in der dortigen Neonazi-Szene aktiv gewesen. Der Kontakt zu der Gruppe sei nach ihrem Untertauchen abgebrochen, bis diese sich Jahre später wieder bei ihm meldete und ein regelmäßiger Kontakt entstand. dpa
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